Ein solcher Schritt wäre viel teurer und rechtlich sehr komplex, sagte sie in einem Interview mit den «CH Media»-Zeitungen vom Samstag.
Zudem basiere das Geschäftsmodell der Grossbank auf der Schweiz, der «Swissness» sowie der hiesigen Rechtsstaatlichkeit und politischen Stabilität. Die neuen Kapitalvorgaben seien für die UBS verkraftbar, sagte Keller-Sutter.
Das Verhältnis zwischen Bundesrat und UBS ist angespannt. Laut Keller-Sutter hat die Bank Verschärfungen beim Eigenkapital von Anfang an abgelehnt und nie Entgegenkommen signalisiert. Der Bundesrat sei der UBS seinerseits bei anderen Kapitalvorschriften um rund 6 Milliarden Dollar entgegengekommen. Dennoch habe die Bank sämtliche Vorschläge als extrem bezeichnet. «Sie ist auf tutti gegangen», sagte Keller-Sutter.
Nach dem jüngsten Entscheid des Ständerats habe sie weder UBS-Chef Sergio Ermotti angerufen noch habe dieser sich bei ihr gemeldet. «Das ist auch nicht nötig», sagte die Bundesrätin. Im November werde sie UBS-Präsident Colm Kelleher im Rahmen eines regelmässigen Austauschs mit Vertretern des Finanzplatzes treffen. Verhandlungen seien derzeit aber nicht vorgesehen: «Das Dossier liegt im Parlament.»
Neue Spekulationen über einen möglichen Wegzug der UBS aus der Schweiz hatten die UBS-Aktie am Freitag zeitweise um bis zu 4,3 Prozent steigen lassen. Das US-Finanzmedium «Semafor» hatte berichtet, die UBS-Führung habe nach dem Entscheid des Ständerats Gespräche über einen Wegzug wieder aufgenommen, wobei auch eine Fusion mit einer ausländischen Bank im Raum stehe. Genannt wurde die US-Bank Morgan Stanley. Bereits früher hatte es spekulative Berichte über einen möglichen Umzug der UBS in die USA gegeben.
Die UBS selbst hat einen Wegzug bisher nicht angekündigt, ihn aber auch nicht ausgeschlossen. Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher sagte Mitte September am Jahrestreffen der Bankiervereinigung in St. Gallen, oberstes Ziel sei es, in der Schweiz zu bleiben. «Sollten wir jedoch in eine Lage geraten, in der wir nicht mehr wettbewerbsfähig sind, müssen wir natürlich darüber nachdenken.»
(AWP)

