Die Änderung «spiegelt eine Verschlechterung seit unserer Überprüfung im August 2026 wider, die schwächeres Wachstum, höhere Finanzierungskosten und ein grösseres Defizit umfasst», teilte die Ratingagentur am späten Freitagabend mit. «Dies verschlechtert die Schuldendynamik von einem bereits schwachen Ausgangspunkt aus», fügte Fitch hinzu. «Anhaltende politische Fragmentierung und ein schwieriges soziales Umfeld erhöhen die Schwierigkeit, eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung zu erreichen.»
Erst einmal behält Frankreich bei Fitch das Rating A+. Die Bonitätsnote liegt damit auf einer Stufe mit Portugal und Belgien sowie sechs Stufen über Ramschniveau. «Die sich abzeichnende politische Debatte vor der Präsidentschaftswahl hat Fitchs Vertrauen in die Aussichten auf eine dauerhafte Defizitreduzierung nicht wesentlich gestärkt», hiess es in der Erklärung. «Grosse Proteste wegen öffentlicher Dienstleistungen und Lebenshaltungskosten erschweren das soziale Umfeld für eine Haushaltskonsolidierung zusätzlich.»
Das Urteil ist die jüngste Kritik an Frankreichs Unfähigkeit, einen Weg zur Eindämmung seiner wachsenden Schuldenlast zu finden. Diese hat das Land in den vergangenen Wochen in den Mittelpunkt der Sorgen am Anleihemarkt gerückt. Die Renditen französischer Staatsanleihen sind in diesem Monat stärker gestiegen als die Anleiherenditen jedes anderen Industrielands und haben das höchste Niveau seit 24 Jahren erreicht.
Moody’s bewertet die Bonität Frankreichs eine Stufe höher. Der Fitch-Konkurrent verzichtete am 23. Oktober auf eine Herabstufung, behielt den negativen Ausblick auf sein Rating aber bei. Frankreichs Finanzminister Roland Lescure hatte diese Atempause als einen Schritt begrüsst, der «die Solidität unserer Wirtschaft und die Glaubwürdigkeit des von der Regierung vorgelegten Haushalts anerkennt».
Am Freitag schlug er einen ernsteren Ton an und sagte, Fitchs «Bewertung unterstreicht die dringende Notwendigkeit, vor Ende des Jahres einen verantwortungsvollen Haushalt zu verabschieden».
Die Bonitätswächter stellten fest, dass sich die Aussichten für die öffentlichen Finanzen seit ihrer letzten Prüfung verschlechtert haben. «Wir schätzen, dass die kumulierte Haushaltsanpassung, die zur Stabilisierung der Verschuldung erforderlich ist, auf rund 3,5% des BIP gestiegen ist, von 3,0% im August», erklärte Fitch.
Der immer weiter wachsende Schuldenberg Frankreichs wird durch ein Haushaltsdefizit angetrieben, das in diesem Jahr auf 5,4% der Wirtschaftsleistung anschwellen dürfte. Politischer Stillstand, nachlassendes Wachstum und steigende Zinskosten haben die Konsolidierungsversuche ausgebremst. Die wirtschaftlichen Herausforderungen wurden am Freitag zusätzlich deutlich, als Daten zeigten, dass die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal geschrumpft ist. Belastend wirkte dabei ein anhaltender Einbruch der Investitionen.
(Bloomberg)

