Im Gegenzug bekommt das Familienunternehmen 20 Arzneimittel-Marken von Sanofi, darunter den Blutverdünner Lovenox, der auch als Clexane bekannt ist, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Sanofi hält künftig 26,4 Prozent der Anteile.
Zum ersten Mal stellt Cheplapharm künftig auch Medikamente selbst her: Das Unternehmen aus Vorpommern übernimmt die drei Fabriken in Ungarn, Singapur und Frankreich, in denen Lovenox produziert wird, mit zusammen 565 Mitarbeitern. Cheplapharm beschäftigt selbst 800 Mitarbeiter und hatte die Arzneimittel-Produktion bisher stets an Dienstleister vergeben. Sanofi und Cheplapharm arbeiten bereits seit 2014 zusammen, eine Beteiligung gab es bisher aber nicht.
Cheplapharm hat sich auf im Markt seit Langem eingeführte Arzneimittel spezialisiert, die grosse Pharmakonzerne loswerden wollen, um sich auf lukrative Innovationen konzentrieren zu können. Mit Hilfe von teils hochverzinsten Anleihen hatte Cheplapharm innerhalb von 30 Jahren ein Portfolio von mehr als 100 Medikamenten zusammengekauft, allein die Übernahme von Zyprexa vom US-Konzern Eli Lilly kostete vor drei Jahren 1,3 Milliarden Euro.
Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Cheplapharm einen Umsatz von 1,66 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis (Ebitda) von 643 Millionen Euro. Die Ratingagentur Fitch hatte erklärt, das Unternehmen könne nach einer Konsolidierungsphase im zweiten Halbjahr 2026 die nächsten Übernahmen in Angriff nehmen.
Nach einem geplatzten Börsengang hatte Cheplapharm im Jahr 2022 die Finanzinvestoren Atlantic Park und GIC als Geldgeber an Bord geholt, die 550 Millionen Euro in Cheplapharm steckten. Das Unternehmen gehört den Geschwistern Sebastian Braun und Bianca Juha. Deren Vater Norbert Braun hatte die Riemser Pharma AG geführt und später an einen Finanzinvestor verkauft.
(Reuters)

