Länder mit exzessiven und anhaltenden Überschüssen sollten Wettbewerbsverzerrungen beseitigen, die zu einer übermässigen Abhängigkeit von Exporten für das Wachstum führen, hiess es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung des Vorsitzes der G20-Finanzminister. China habe bestimmten Abschnitten widersprochen, weshalb es keine gemeinsame Abschlusserklärung gab. In der Erklärung werden die Länder zudem aufgefordert, unnötige Exportbeschränkungen zu vermeiden, um das normale Funktionieren der Lieferketten zu gewährleisten.
Die US-Regierung hatte auf die Erklärung gedrängt. US-Finanzminister Scott Bessent sagte, Volkswirtschaften, die nicht nach marktwirtschaftlichen Prinzipien handelten, entzögen dem Rest der Welt durch grosse Ungleichgewichte dringend benötigtes Wachstum. Die für internationale Angelegenheiten zuständige Staatssekretärin im Finanzministerium, Erin Browne, warnte, andernfalls könne es letztlich zu «einem echten Ereignis für die Finanzstabilität» kommen. Browne sagte, China werde weithin als die grösste Quelle für Ungleichgewichte in der Welt angesehen. US-Präsident Donald Trump sprach am Dienstag von «sehr produktiven und positiven» Gesprächen.
Europäische Vertreter stimmten zwar zu, dass China eine Hauptursache für wirtschaftliche Ungleichgewichte sei, übten jedoch auch Kritik an den USA. Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil wies darauf hin, dass der von den USA und Israel geführte Krieg im Iran sowie die anhaltenden US-Zollstreitigkeiten die Weltwirtschaft erheblich belasteten. «Unsicherheit ist Gift für wirtschaftliches Wachstum», sagte Klingbeil. Die europäischen Länder zeigten sich zudem bestürzt darüber, dass der russische Vertreter zum ersten Mal seit dem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 wieder an dem Forum teilnahm.
(Reuters)

