Geldpolitik - SNB: Negativzins führt nicht zu radikalem Bargeld-Horten

Die Schweizerische Nationalbank sieht trotz der jahrelangen Negativzinsen in der Schweiz keine sprunghafte Zunahme der Bargeld-Nachfrage.
03.09.2019 21:00
In der Schweiz liegt der Leitzins bei minus 0,75 Prozent.
In der Schweiz liegt der Leitzins bei minus 0,75 Prozent.
Bild: Bloomberg

"Wir haben seit wir die Negativzinsen eingeführt haben, nicht eine wesentliche Veränderung festgestellt. Es gab eine gewisse Zunahme aber nicht eine radikale Verschiebung der Nachfrage", sagte SNB-Präsident Thomas Jordan am Dienstag anlässlich der Präsentation der neuen 100-Franken-Note. Das liege auch daran, dass das Horten von grossen Mengen an Bargeld mit Kosten verbunden sei – etwa wenn es darum gehe, eine sichere Aufbewahrung zu gewährleisten. Allerdings sei es nicht von der Hand zu weisen, dass tiefe Zinsen die Nachfrage nach Bargeld steigen liessen, sagte SNB-Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg.

In der Schweiz liegt der Leitzins bei minus 0,75 Prozent. Banken müssen also ab einem gewissen Freibetrag dafür bezahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Diese Kosten reichen sie zunehmend vor allem an reiche Privatkunden mit hohen Bargeldbeständen weiter. Einige Experten halten es für möglich, dass die SNB die Zinsen weiter senkt – um den zuletzt wieder stärkeren Franken zu schwächen. Die nächste reguläre Zinssenkung der SNB findet am 19. September statt.

(Reuters)

 
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