Geldpolitik  - Wegen Coronavirus: Nun laufen Wetten auf EZB-Zinssenkung

Die Aussichten für die Geldpolitik sind im Euroraum wegen der möglichen Auswirkungen des Coronavirus sehr schnell neu bewertet worden.
29.01.2020 10:46
Christine Lagarde ist seit Ende 2019 Präsidentin der Europäischen Zentralbank.
Christine Lagarde ist seit Ende 2019 Präsidentin der Europäischen Zentralbank.
Bild: imago images / Rainer Unkel

Ein Händler kaufte fast 100'000 Euribor-Futures mit Fälligkeit März und hofft, so von einer Zinssenkung der Europäischen Zentralbank bis Mitte des Monats zu profitieren.

An den Geldmärkten haben sich die Erwartungen gewandelt. Sie preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent für eine Senkung der EZB-Leitzinsen im Jahr 2020 ein. In der vergangenen Woche wurden die Chancen für einen derartigen Schritt bei Null gesehen.

"Angesichts der Unsicherheit um das Virus und seine Verbreitungsgeschwindigkeit ist es noch zu früh, um zu sagen, ob der Markt über das Ziel hinausgeschossen hat", sagte Jens Peter Sorensen, Analyst bei der Danske Bank.

Vor der Zinsentscheidung der EZB in der vergangenen Woche lauteten die Erwartungen, dass die Zentralbank bis 2021 nicht an der Zinsschraube drehen werde. Aber die Verbreitung des Coronavirus hat die Wachstumserwartungen nicht nur in China, sondern weltweit untergraben und die Ölpreise auf ein Drei-Monats-Tief gedrückt. Dies hat auf die Euroraum-Inflationserwartungen übergegriffen. Ein Fünf-Jahres-Indikator fiel von 1,33 Prozent zu Jahresbeginn auf 1,26 Prozent.

(Bloomberg)