Geldüberweisungen: So sparen Sie Geld

Wer Geld per Überweisung ins Ausland transferieren möchte, sollte einige Dinge beachten, um die Kosten möglichst niedrig zu halten. cash nimmt diverse Zahlungsmöglichkeiten unter die Lupe.
15.07.2014 01:05
Von Frédéric Papp
Bargeldüberweisungen ins Ausland können teuer werden.
Bargeldüberweisungen ins Ausland können teuer werden.
Bild: Bloomberg

Überweisungen via Onlinebank sind im Vergleich zu anderen Transfermöglichkeiten am günstigsten. Beim Onlinebanking stellen die Geldinstitute zwei verschiedene Möglichkeiten des Geldtransfers zur Verfügung: die Sepa-Überweisung und die klassische Auslandsüberweisung.

1. Sepa-Zahlung, die günstigste Variante: Mit ihr fallen entweder gar keine Kosten an oder Gebühren von höchstens 2 Franken, zumindest wenn man die grössten Banken betrachtet.

Allerdings müssen dafür einige Voraussetzungen erfüllt werden: Die Zahlung muss in Euro erfolgen, es braucht eine IBAN- und eine BIC-Nummer, und die Gebühren sollten zwischen Auftraggebern und Zahlungsempfängern aufgeteilt werden (Spesenregelung "Share" wählen). Und das Finanzinstitut des Begünstigten muss SEPA-Teilnehmer sein. Die Banken stellen Merkblätter mit den genauen Informationen zur Verfügung.

2. Klassische Auslandüberweisung, etwas teurer: Kostspieliger wird es, wenn Bankkunden die klassische Auslandsüberweisung wählen. Sie ist für Überweisungen in aussereuropäische Länder gedacht. Die Tarife für Zahlungen variieren von Bank zu Bank.

Auftraggeber und Zahlungsempfänger können aber miteinander vereinbaren, wer die Kosten tragen soll. Um spätere Streitigkeiten zu vermeiden, ist es ratsam von vornherein festzulegen, welche Gebührenvariante zum Einsatz kommen soll. Folgende drei Alternativen stehen zur Wahl:
OUR: Hier trägt der Überweisende die gesamten Kosten. Dazu zählen auch die Gebühren, die das Geldinstitut des Empfängers beim Eingang des Überweisungsbetrages berechnet.
SHARE: Wenn diese Vereinbarung gewählt wird, übernimmt der Auftraggeber die Gebühren seiner Hausbank und der Empfänger die Kosten, die bei seinem Geldinstitut sowie zwischengeschalteten Zahlungsdienstleistern anfallen.
BEN: Bei dieser Überweisungsform muss der begünstigte Zahlungsempfänger sämtliche Kosten tragen - auch die des Absenders.

Vorteile Nachteile
kostengünstig (Sepa) E-Banking als Voraussetzung
Onlinebank ist 24h verfügbar nur Zahlungen in Euro möglich (Sepa)
schnelle und einfache Handhabung hohe Kosten beim Empfänger möglich

3. Zahlungen vie Geldtransferunternehmen, schnell aber teuer: Wenn ein Angehöriger dringend Bargeld braucht, sind Zahlungen mittels Geldtransferunternehmen wie Western Union oder Moneygram populär.

Solche Unternehmen wickeln Auslandsüberweisungen wie folgt ab: Kunden bezahlen den Überweisungsbetrag bei Agenten wie zum Beispiel bei der Postfinance, der SBB oder bei Reisebüros bar ein, meistens in Schweizer Franken. Sie haben detaillierte persönliche Angaben, die Daten des Empfängers sowie eine Auskunft über die wirtschaftliche Berechtigung vorzunehmen. Auch müssen sie auf Anfrage zu Herkunft und Verwendungszweck des Geldes Stellung nehmen.

Hiernach hat der Überweiser den Empfänger mit Beleginformationen, wie zum Beispiel der Kontrollnummer, zu benachrichtigen. Anschliessend bezahlt eine Auslandstelle des Geldtransferunternehmens den Betrag dem Empfänger entweder bar aus, überweist es auf ein Bankkonto oder liefert es nach Hause.

Vorteile Nachteile
Empfänger des Geldes kann Betrag sofort abholen (sofern Vertriebsstandort im Ausland geöffnet ist) teilweise hohe Gebühren
Absender kann Zahlungen bar, online oder via Kreditkarte tätigen  
dichtes Vertriebsnetz  

4. Online-Zahlungen via Drittanbieter, kostengünstig, aber teils unsicher: An Bedeutung gewinnen auch Online-Zahlungssysteme. Bei den Online-Bezahlsystemen Google Wallet, PayPal, ClickandBuy, Amazon Payment und Moneybookers / Skrill können die Nutzer in diversen Online-Shops ihre Einkäufe bezahlen oder teilweise auch mit dem Handy bei einem Fachhändler vor Ort bezahlen. Bei PayPal kann Geld auch Freunden überwiesen werden. Es müssen Benutzerkonten bei dem jeweiligen Anbieter des Online-Bezahlsystems eröffnet werden. Das Konto wird entweder vor dem Bestellvorgang mit einem Guthaben aufgeladen oder die Bezahlung erfolgt per Bankeinzug oder über eine hinterlegte Kreditkarte.

Vor allem hinsichtlich der Datensicherheit bestehen bei den Nutzern noch viele Fragen und es herrscht zum Teil grosse Unsicherheit. Zeitweise wurde auch bekannt, dass Online-Bezahlsysteme Opfer von Phishing-Attacken wurden. Jeder Verbraucher, der Geldgeschäfte im Internet erledigt, sollte sich daher genau über die verschiedenen Systeme erkundigen und die Hinweise der Anbieter zum Datenschutz beachten.

Vorteile Nachteile
rund um die Uhr verfügbar Teilweise hohe Gebühren für den Empfänger
hohe Verbreitung des Bezahlsystems Phishing-Attacken
Überweisungen ohne Währungsumrechnungen sind kostenlos (z.B. Paypal) Teilweise happige Währungsumrechnungsgebühren