Geldwäschereifall - UBS-CEO Hamers: Habe immer nach bestem Gewissen gehandelt bei ING

UBS-CEO Ralph Hamers hat sich am Dienstag anlässlich der Zahlenbekanntgabe 2020 erstmals zum Geldwäschereifall bei seinem früheren Arbeitgeber, der niederländischen ING Bank, geäussert.
26.01.2021 08:09
Ralph Hamers ist seit September 2020 CEO der UBS. Davor war er lange Zeit Chef der niederländischen ING Groep.
Ralph Hamers ist seit September 2020 CEO der UBS. Davor war er lange Zeit Chef der niederländischen ING Groep.
Bild: imago images / tagesspiegel

Er glaubt, dass das Verfahren für ihn gut ausgehen wird. "Ich habe immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt bei ING. Daher habe ich volles Vertrauen, dass das Verfahren gut herauskommen wird", sagte Hamers am Dienstag gegenüber Radio SRF. Er werde vollumfänglich kooperieren mit den Behörden, wenn die Ermittlungen anlaufen würden. Genau wie er das auch damals bei den letzten Ermittlungen bei ING getan habe.

Er sieht sich auch nicht abgelenkt von seiner eigentlichen Aufgabe, nämlich der Führung der Grossbank UBS. "Seien Sie versichert, ich konzentriere mich voll und ganz auf meine Arbeit als Chef der UBS", sagte er im Interview. Er wolle zu 120 Prozent mit seinem Team an der Zukunft der UBS arbeiten.

Hintergrund der Geschichte ist, dass die niederländische Justiz einen 2018 mit einem Vergleich beigelegten Geldwäscherei-Fall während der Zeit von Hamers als ING-Chef neu aufrollt, wie Anfang Dezember bekannt wurde. 2018 zahlte ING zur Beilegung des Falls 775 Millionen Euro und beglich damit die grösste Geldwäschestrafe in der niederländischen Geschichte, Hamers aber kam mit einem Freispruch davon.

Die Staatsanwälte kamen seinerzeit zum Schluss, dass ING die Einhaltung der Risikovorgaben zu wenig überwacht habe. Dies könne aber nicht einer bestimmten Person angelastet werden, hiess es damals.

Der Investor Pieter Lakeman war mit dem Entscheid nicht einverstanden. Seine Beschwerde führte dazu, dass ein Berufungsgericht in Den Haag anordnete, dass Hamers Rolle neu untersucht werden müsse. Dieser Aufforderung kommt die Staatanwaltschaft nun nach, wie vor wenigen Tagen bekannt wurde. Gemäss mit der Situation vertrauten Personen könnte die Untersuchung bis zu 18 Monate in Anspruch nehmen. Erst nach dieser Untersuchung stehe fest, ob Anklage erhoben werde, heisst es.

(AWP)