Dabei nahm das Geschäft im dritten Quartal kräftig an Fahrt auf. Das organische Wachstum beschleunigte sich auf 8,6 Prozent nach 4,3 Prozent im zweiten und 2,8 Prozent im ersten Quartal.
Damit konnte der Genfer Konzern die Erwartungen am Markt klar übertreffen. Analysten hatten gemäss AWP-Konsens für das dritte Quartal lediglich ein Plus von 4,7 Prozent erwartet.
Luxusparfüms als Wachstumsmotor
Rückenwind gab besonders das Geschäft mit Luxusparfüms. Analysten zufolge dürfte hier das organische Wachstum im dritten Quartal gar rund 30 Prozent betragen haben. Das ist besonders bemerkenswert, da die Nachfrage nach hochwertigen Düften bereits in den vergangenen Jahren stark gestiegen war und die Vergleichsbasis somit bereits hoch lag.
Givaudan entwickelt und produziert Duftstoffe für zahlreiche bekannte Parfümmarken rund um den Globus. Wer genau beliefert wird und welche Düfte besonders erfolgreich sind, bleibt jedoch Geschäftsgeheimnis.
Zugute kommt dem Konzern dabei, dass das Geschäft mit Luxusparfüms im Vergleich zu anderen Bereichen hohe Gewinne abwirft. Entsprechend könnte sich auch die Profitabilität verbessert haben. Gewinnzahlen präsentiert Givaudan allerdings erst wieder Ende Januar 2027 mit den Jahresergebnissen 2026.
Auch bei Duftstoffen für Alltagsprodukte wie Waschmittel, Duschgels oder Deodorants lief es gut. Einen organischen Rückgang verzeichnete der Konzern indes beim Verkauf von Riechstoffingredienzien und Kosmetikwirkstoffen.
Aromengeschäft erholt sich
Aufwärts ging es auch im Geschäft mit Aromen für Lebensmittel und Getränke. Givaudan entwickelt unter anderem Geschmacksstoffe für Süsswaren, Getränke und andere Lebensmittel. Nach einem schwachen ersten Halbjahr legte dieses Geschäft im dritten Quartal wieder spürbar zu.
Sorgenkind blieb allerdings das Nordamerika-Geschäft. Hier blieb die Nachfrage nach bestimmten Inhaltsstoffen für Gesundheitsprodukte und funktionale Lebensmittel schwach. Hinzu kamen Rückerstattungen von US-Zöllen an Kunden. Entsprechend fiel der Umsatzrückgang im dritten Quartal noch deutlicher aus als im ersten Halbjahr.
In Asien und anderen Wachstumsmärkten legte das Geschäft mit Aromen dagegen teilweise deutlich zu, in Europa verzeichnete es ein leichtes Plus.
Applaus an der Börse
Analysten zeigten sich beeindruckt. Die ZKB sprach von einer «eindrücklichen Wachstumsbeschleunigung». Andere Experten rechnen angesichts des florierenden Geschäfts mit margenstarken Luxusparfüms nun mit steigenden Markterwartungen für Umsatzwachstum und Margen.
Die überraschend starken Zahlen lösten an der Börse einen Kurssprung aus. Gegen 10.10 Uhr legen die Givaudan-Aktien am Dienstag gut 6 Prozent auf 3706 Franken zu.
(AWP)

