Globale Top-CEO: Schweizer sucht man vergebens

Das amerikanische Business-Magazin Harvard Business Review hat zum zweiten Mal die 100 besten CEO der Welt gekürt. Kein Aprilscherz: Schweizer sind nicht dabei. Die Top-Ten und die Bildergalerie dazu.
01.04.2013 23:55
Von Pascal Meisser
Steve Jobs wurde postum von der Harvard Business Review zum besten CEO der Welt ausgezeichnet.
Steve Jobs wurde postum von der Harvard Business Review zum besten CEO der Welt ausgezeichnet.
Bild: Bloomberg

Welcher CEO hat gegenüber dem Branchendurchschnitt eine Überperformance erzielt? Bei welchen Firmen konnte ein Chef die Börsenkapitalisierung während seiner Amtszeit substanziell erhöhen? Die Harvard Business Review (HBR) wollte es genau wissen und berechnete zum zweiten Mal nach 2010 eine Rangliste der 100 bestperformenden Chief Excecutive Officer der Welt.

Die 10 besten CEO der Welt

Herausgekommen ist ein unerwarteter Sieger. Unerwartet deshalb, weil er seit zwei Jahren nicht mehr lebt. Der langjährige Apple-CEO Steve Jobs war am 5. Oktober 2011 seiner Krebserkrankung im kalifornischen Palo Alto erlegen. Jobs, der das Computerunternehmen mitgegründet hatte, verwies Amazon-Boss Jeff Bezos und den ehemaligen Chef von Samsung Electronics, Yun Jong-Yong, auf die nächsten Plätze.

Überraschend ist auch, dass man Chefs von Schweizer Unternehmen auf dieser Liste vergebens sucht. Noch vor drei Jahren befanden sich drei Exponenten unter den Top 100: Auf Position 49 platzierte sich Fred Kindle, der zwischen 2005 und 2008 CEO beim Technologiekonzern ABB war. Auf den Rängen 64 und 68 folgten Peter Brabeck, der heutige Verwaltungsratspräsident und damalige CEO von Nestlé, sowie Michael Pragnell, der von 2000 bis 2007 die Geschicke des Saatgutherstellers Syngenta führte.

Langfristige Erfolge ausgezeichnet

Jobs kam postum zu dieser Ehre, weil die HBR gezielt langfristige Daten auswertete. "In der Regel sind CEO von börsenkotierten Gesellschaften so oft auf Kurzfristziele fokussiert", schreibt die HBR in ihrer ersten Ausgabe dieses Jahres. Deshalb habe man bewusst jene CEO auszeichnen wollen, die eine längerfristige Performance anstreben.

Dass einige berühmte Manager wie Jack Welch oder Bill Gates nicht vertreten sind, liegt auch an der Auswahl der Kandidaten: Berücksichtigt wurden nur jene CEOs, die ihr Amt nach 1995 und vor 2011 angetreten haben. Zudem mussten diese während mindestens zwei Jahren in ihrem Amt  gewirkt haben. Herausgekommen ist dabei eine Liste mit 3143 CEO aus 64 Ländern. 1007 von ihnen sind noch heute in dieser Funktion tätig.

Gemessen wurden die ausgewählten CEO anhand von verschiedenen Performance-Kriterien. Diese wurden sowohl in Relation zu branchen- und länderspezifischen Vergleichsindizes gesetzt – mit dem Ziel, eine adjustierte Überperformance auszuzeichnen.