Es habe sich um eine Initiative des Privatsektors gehandelt, betonte sie in einem Fernsehinterview. «Die Geschenke sind ordnungsgemäss im Weissen Haus registriert, und wenn alles gut läuft, werden sie in einer Präsidentenbibliothek enden», sagte Budliger Artieda am Mittwoch im Interview mit Bloomberg TV an einem Wirtschaftsforum in Neu-Delhi.

Eine Delegation von Schweizer Unternehmern war im November 2025 in die USA gereist, um mit dem US-Präsidenten über die damaligen US-Strafzölle von 39 Prozent zu verhandeln. Bei dem Treffen hatten sie dem Präsidenten eine Rolex-Tischuhr und einen gravierten Goldbarren im Gesamtwert von rund 100'000 Franken überreicht.

Bei den Unternehmern handle es sich um «seriöse Geschäftsleute», betonte Budliger Artieda gegenüber Bloomberg TV. Diese hätten im Vorfeld sicherlich auch rechtliche Abklärungen getätigt. «Ich bin überzeugt, dass man sich dabei im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen bewegt hat.» Zu der Delegation gehörten unter anderen Partners Group-Unternehmer Alfred Gantner, Rolex-Chef Jean-Frédéric Dufour und Richemont-Verwaltungsratspräsident Johann Rupert.

Der Besuch dürfte hierzulande weiter zu reden geben. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Nationalrats hatte angekündigt, die Geschäftsführung der Bundesbehörden im Zusammenhang mit den US-Zöllen unter die Lupe zu nehmen. Der GPK-Bericht dazu soll laut früheren Berichten Ende Jahr abgeschlossen sein.

USA hält sich an Deal

Mit der derzeitigen Situation in den Zollverhandlungen zwischen der Schweiz und den USA zeigte sich Budliger Artieda im Interview zufrieden. Seit die beiden Länder im November 2025 eine Senkung der US-Zölle von 39 auf noch 15 Prozent mitteilen konnten, habe sich die USA daran gehalten.

Schlussendlich wolle die Schweizer Regierung vor allem Sicherheit und «ruhigere Gewässer» in den Handelsbeziehungen nach den turbulenten Zeiten im Anschluss an die Zollankündigungen Trumps am «Liberty Day» 2025. «Ansonsten ist es für die Schweizer Exporteure sehr schwierig.» Die Gespräche für ein rechtlich bindendes Abkommen seien derzeit noch im Gang, erinnerte sie.

Budliger Artieda hatte im vergangenen Monat ihren Rücktritt auf Ende März 2027 angekündigt. Sie wolle eine neue Herausforderung annehmen, begründete sie ihren bevorstehenden Abgang.

(AWP)