Goldman Sachs hat am heutigen Montag gleich drei grössere Rating- und Kurszielanpassungen bei Schweizer Unternehmen vorgenommen. Alle drei Aktien reagieren deutlich auf die Anpassungen.
Bei Givaudan, dem Aromen- und Riechstoffhersteller, stuft die US-Investmentbank die Aktie gleich um zwei Stufen von «Verkaufen» auf «Kaufen» hoch. Das Kursziel wird von 2900 auf 3500 Franken angehoben. In einem negativen Marktumfeld - der Swiss Performance Index (SPI) verliert rund 0,8 Prozent - steigen die Aktien des Unternehmens um fast 0,5 Prozent auf 2883 Franken. Laut Goldman Sachs liegt das Aufwärtspotenzial damit bei über 21 Prozent.
Laut der zuständigen Analystin von Goldman Sachs könnte Givaudan seine Marktführerschaft in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld weiter ausbauen. Die Kombination aus einer starken globalen Kundenbasis, hoher Preissetzungsmacht, Innovationskraft und einer soliden Bilanz sorge dafür, dass das Unternehmen besser abschneide als seine Wettbewerber. Nach der deutlichen Kurskorrektur bestehe nun ein attraktives Einstiegsniveau.
Durch diese Hochstufung steigt der Anteil der Kaufempfehlungen laut Daten von LSEG auf acht. Dem stehen elf «Halten»- und zwei «Verkaufen»-Empfehlungen gegenüber. Das durchschnittliche Kursziel wird um 16 Prozent höher angesetzt.
Die zweite Ratinghochstufung nimmt Goldman Sachs bei Clariant vor. Nach einer vorherigen Verkaufsempfehlung stuft Goldman Sachs den Konzern neu mit «Neutral» ein. Das Kursziel wird von 7,50 auf 8,50 Franken angehoben.
Zwar notieren die Aktien des Spezialchemiekonzerns im frühen Handel im Minus, doch die Schwankungsbreite ist hoch: Innerhalb weniger Sekunden schwanken die Aktien um 0,6 Prozent zwischen Verlusten von 0,9 und 1,4 Prozent.
Clariant sei im Vergleich zu diversifizierten Wettbewerbern stärker von der Dynamik der Spätphase des Konjunkturzyklus betroffen, erklärt die Goldman-Analystin. Dennoch sei keine massgebliche Neubewertung zu erwarten, da die laufenden Rechtsstreitigkeiten kaum neue Impulse liefern dürften. Das Kurspotenzial schätzt sie auf rund 18 Prozent, zusätzlich zu einer Dividendenrendite von 5,7 Prozent.
Die neue Bewertung von Goldman Sachs bei Clariant entspricht dem Marktdurchschnitt. Der Marktkonsens erwartet ebenfalls ein Kursniveau von 8,50 Franken innerhalb der kommenden zwölf Monate. Fünf Analystinnen und Analysten empfehlen derweil die Aktien zum Kauf, raten neun zum Halten und drei zum Verkauf.
In der gleichen Branchenstudie senkt die Goldman-Analystin das Rating und Kursziel des Givaudan-Konkurrenten DSM-Firmenich von «Neutral» auf «Verkaufen» und erwartet nun ein Kursniveau innerhalb der kommenden zwölf Monate von 65 Franken. Beim aktuellen Kursniveau von unter 61 Franken, beträgt das Aufwärtspotenzial noch rund 7 Prozent. Die DSM-Firmenich-Papiere reagieren scharf auf die Herabstufung und verlieren über 3,1 Prozent im frühen Handel.
Der Duft- und Gesundheitskonzern dürfte in den kommenden Jahren langsamer wachsen als die Konkurrenz und der Margendruck könnte zunehmen, so Goldman Sachs. Das Unternehmen habe eine vergleichsweise hohe Abhängigkeit von konjunktursensitiven Geschäftsbereichen und die Preissetzungsmacht sei geringer als bei der Konkurrenz. Zudem seien die mittelfristigen Ziele möglicherweise zu ambitioniert und das Enttäuschungspotenzial entsprechend erhöht.
Mit dieser Herabstufung zählt die Investmentbank zu den vorsichtigen Stimmen im Markt. Laut Daten von LSEG empfehlen zwei weitere Analystinnen oder Analysten die DSM-Aktien zum Verkauf. 13 der insgesamt 23 Experten raten dagegen zum Kauf, acht zum Halten. Der Konsens sieht Kurse bei fast 80 Euro - ein Aufwärtspotenzial von fast 20 Prozent.
(Mit Material der Nachrichtenagentur AWP.)

