Mit der Neueinschätzung zum Zinsentscheid der US-Notenbank Fed im September schliesst sich die US-Investmentbank Goldman Sachs einer wachsenden Zahl von Wall-Street-Banken an, die angesichts der anhaltenden Inflationssorgen eine weitere Straffung der Geldpolitik erwarten. In einer am Freitag veröffentlichten Einschätzung revidierte das Institut seine bisherige Prognose, die keine Zinserhöhung vorsah. Die Kehrtwende sei weniger auf eine Änderung der eigenen Konjunkturaussichten zurückzuführen, sondern auf die Markterwartungen und darauf, dass die Fed die Anleger wahrscheinlich nicht überraschen will. Zudem könne der jüngste Anstieg der Ölpreise einige Entscheidungsträger zu einer zusätzlichen Straffung bewegen.
Hintergrund der geänderten Erwartungen sind stärker als erwartet ausgefallene US-Erzeugerpreisdaten und ein Anstieg der Ölpreise über 100 Dollar pro Barrel. Laut dem FedWatch Tool der CME liegt die von den Finanzmärkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt in diesem Monat bei 87 Prozent. Zudem wird ein weiterer Zinsschritt im Dezember erwartet.
(Reuters)

