Ein Ausverkauf bei Bonds sei dann ebenso denkbar wie eine Umschichtung aus Technologieaktien in zyklische Werte, gibt Goldman Sachs zu bedenken. Die Aktienmärkte preisten die gestiegene Wahrscheinlichkeit einer Impfstoffzulassung bis Ende November zu niedrig ein, schrieben Strategen um Kamakshya Trivedi in einer Analyse. Weitere wichtige Impulse dürften in den nächsten Monaten von den US-Wahlen und der weiteren Evolution des Virus ausgehen, zumal die Schulen wieder öffnen.

Die Zulassung eines Impfstoffs könnte “die Marktannahmen sowohl in puncto Zyklizität als auch hinsichtlich der chronisch negativen Realzinsen in Frage stellen”, hieß es in der Goldman-Analyse. Ein solches Szenario könnte für steilere Renditekurven sprechen, traditionelle Zykliker und Bankenwerte stützen und gleichzeitig die Führungsrolle von Technologiewerten in Frage stellen.

Wenn eine solche Entwicklung mit einem Wechsel der US-Regierung zusammen fallen würde, könnten Aktien aus Schwellenländern davon profitieren, “wenn die handelspolitischen Risiken abnehmen, während die US-Fiskalrisiken steigen”, heißt es in der Goldman-Einschätzung.

Für eine aggressive Positionierung für das skizzierte Szenario ist es nach Ansicht der Strategen für Anleger möglicherweise zu früh. Um auf das Thema zu setzen, seien eher Optionsgeschäfte ratsam. Einige Kaufoptionen für den S&P 500 schienen immer noch attraktiv. Goldman hält einen Aufwärtstrend bis auf etwa 3.700 Punkte für möglich, sollte frühzeitig ein Impfstoff zur Verfügung stehen.

Sollte es hingegen zu einer signifikanten Umkehrung der Lage durch eine zweite Viruswelle kommen, sieht Goldman Abwärtspotenzial bis 2.200 Zähler. Am Donnerstag schloss der S&P 500 bei 3.349 Punkten.

(Bloomberg)