Grossbank - Deutsche Bank tut sich mit US-Wealth Management weiter schwer

Die Deutsche Bank hat in den USA eine Reihe von Managern im Wealth Management verloren. Kein gutes Omen für die Ertragsaussichten bei einem der Hoffnungsträger von CEO Christian Sewing.
01.08.2021 05:05
Christian Sewing, CEO der Deutschen Bank, an der Bilanzmedienkonferenz der Bank Ende Januar 2020.
Christian Sewing, CEO der Deutschen Bank, an der Bilanzmedienkonferenz der Bank Ende Januar 2020.
Bild: imago images / Rainer Unkel

Die Frankfurter haben zahlreiche Fachkräfte, darunter mindestens zehn erfahrene Spitzenbanker in den Vereinigten Staaten verloren, sagen Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Die Niederlassung in der drittgrössten US-Metropole Chicago wurde geschlossen, heisst es.

In den meisten Fällen wurden sie von Wettbewerbern abgeworben oder im Rahmen von Kostensenkungen entlassen. Die Deutsche Bank versucht die Abgänge wieder wettzumachen und hat erst kürzlich sieben neue Banker für die USA und Lateinamerika eingestellt. Doch Personalfluktuation ist eine Herausforderung in einem Geschäft, in dem persönliche Beziehungen so wichtig sind.

Wealth Management, das Geschäft mit besonders vermögenden Kunden, ist einer der Geschäftsbereiche, die Sewing ausbauen will. Doch Amerika zeigt sich dabei als besonders schwieriges Terrain für die grösste deutsche Bank. Das verwaltete Vermögen betrug hier Ende März 29 Milliarden Euro - etwa derselbe Level wie drei Jahre zuvor. Beim Wettbewerb sind dank steigender Märkte verwaltetes Vermögen und Erträge auf Rekordniveau.

Ein Sprecher der Deutschen Bank lehnte einen Kommentar ab.

Das Wealth Management-Geschäft in den USA wird schon länger umstrukturiert - nämlich seit dem Abgang des damaligen Chefs Patrick Campion letzten Sommer, der auf die Zusammenlegung mit der internationalen Privatkundensparte folgte. Campion hatte in der Region 100 Leute einstellen wollen. Er wurde erst im Januar durch Arjun Nagarkatti ersetzt, der aber wegen der Lockdown-Regeln erst seit April vor Ort ist.

Zu den bemerkenswerten Abgängen der letzten 12 Monaten gehören Richard Aguiar, Paul Bartilucci, Tom Clarke, Michael Jacoby, Michael King, Wendy Willett McMillan, Freddy Menjivar, Sam Petrucci, Oti Roberts, und Jennifer Shaw. Alle waren zumindest Managing Directors. Auf Anfragen reagierte keiner.

Die Niederlassung in Chicago wurde hauptsächlich aus Kostengründen geschlossen, sagen die Personen. Der frühere Büroleiter Jacoby ist zu Neuberger Berman gewechselt, geht aus seinem LinkedIn Profil hervor.

“Deutsche Bank International Private Bank stellt ein”, sagte Nagarkatti Anfang Juli auf LinkedIn. “In den USA holen wir neue, talentierte Kollegen, um ihre Karriere und unser Geschäft weiterzuentwickeln.”

(Bloomberg)

 
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