Grossbank - UBS droht Jahr der Unsicherheit: Hamers-Untersuchung zieht sich

Der Verwaltungsrat der UBS unterstützt CEO Ralph Hamers im Geldwäscheskandal bei seinem früheren Arbeitgeber ING. Doch die Affäre steht seinen Bemühungen im Weg, der Bank seinen Stempel aufzudrücken.
20.01.2021 16:30
Ralph Hamers ist seit September 2020 CEO der UBS. Davor war er lange Zeit Chef der niederländischen ING Groep.
Ralph Hamers ist seit September 2020 CEO der UBS. Davor war er lange Zeit Chef der niederländischen ING Groep.
Bild: imago images / tagesspiegel

Der Verwaltungsrat der UBS unterstützt CEO Ralph Hamers, der vor einem langwierigen juristischen Kampf in den Niederlanden wegen seiner Rolle in einem Geldwäscheskandal bei seinem früheren Arbeitgeber steht. Doch die Affäre steht seinen Bemühungen im Weg, der Bank seinen Stempel aufzudrücken.

Die Ermittlungen, mit denen Hamers kaum einen Monat nach seinem Amtsantritt im November konfrontiert wurde, dürften sich nach ihrem offiziellen Beginn im Februar mindestens ein Jahr hinziehen, berichten informierte Personen, die nicht namentlich genannt wollten. Die UBS-Direktoren, die vor Weihnachten sogar über einen möglichen Ersatz für Hamers für den Fall des Falles diskutiert hatten, setzten sich nun vorerst für ihn ein. Sie argumentieren, die Untersuchungen stellten keine unmittelbare Bedrohung dar, wie eine informierte Person sagte.

Die grösste Bank der Schweiz läuft das Risiko, dass ihr Chef wegen Verstosses gegen Anti-Geldwäsche- und Compliance-Vorschriften während seiner Zeit an der Spitze der ING Groep NV angeklagt werden könnte. UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber hat sich bislang immer zuversichtlich gezeigt, dass Hamers ein guter CEO sein werde, wollte aber keine Einschätzung abgeben, ob er bleiben kann.

“Ich bin sehr zuversichtlich, dass er als CEO von UBS gute Arbeit leisten kann”, sagte Weber im Interview mit Bloomberg TV am 12. Januar. “Wir verfolgen die Situation und werden sie im Zuge der Entwicklung anpassen.”

Die niederländische Staatsanwaltschaft bereite sich derzeit auf die Ermittlungen vor und könne keine Zeitplanung abgeben, teilte deren Sprecherin Audrey Nijhof per E-Mail mit. UBS lehnte einen Kommentar ab.

(Bloomberg)