Seit Jahresbeginn seien mehr als 3000 Startups hinzugekommen, ‌so ⁠viele wie noch nie, ergab der am Montag veröffentlichte Startup-Monitor 2026 ⁠des deutschen Startupverbands. Im gleichen Zeitraum seien zehn Unternehmen zu sogenannten Einhörnern aufgestiegen. Dadurch erreiche die ‌Zahl der deutschen Startups mit einer Bewertung von ‌jeweils mehr als einer Milliarde Euro den ​Rekordwert von 39. «Der Aufbruch kommt zur richtigen Zeit», betonte Verbandschefin Verena Pausder. «Grosse Teile unserer Industrie ringen um ihre Existenz.»

Zwischen Januar und September sammelten deutsche Startups acht Milliarden Euro Wagniskapital ein, hiess es weiter. Dies sei mehr ‌als im Gesamtjahr 2025. Halte der aktuelle Trend an, werde das Investitionsvolumen 2026 mit zwölf Milliarden Euro voraussichtlich den zweithöchsten Wert hinter dem Boomjahr 2021 erreichen. ​Dennoch bleibe die Kapitalbeschaffung ein Hemmschuh: Junge Startups hätten ​immer häufiger Probleme, an Geldspritzen zu kommen.

Etablierte Unternehmen ​wie die Drohnenbauer Helsing und Quantum Systems sowie der Roboter-Anbieter Neura Robotics konnten in den ‌vergangenen Monaten zwar jeweils mehr als eine Milliarde Euro bei Investoren einsammeln. Damit kämen diese drei in den USA aber nicht unter die Top Ten ​der ​grössten Finanzierungsrunden. «Da müssen wir gegensteuern, denn ⁠genau hier entscheidet sich, ob unsere Unternehmen den ​Sprung an die Spitze schaffen», ⁠sagte Pausder.

Von den rund 1800 befragten Unternehmen bewertete nur etwa ein ‌Drittel Deutschland als attraktiven Gründungsstandort - rund sechs Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr. Den eigenen Firmensitz beurteilten dagegen fast doppelt so ‌viele positiv. Als Vorteile nannten sie die Nähe zu ​Hochschulen, die Gründernetzwerke sowie die Verfügbarkeit von Fachkräften. Eine Verlagerung des Firmensitzes sei daher nur für eine kleine Minderheit eine Option.

(Reuters)