Halbjahresbilanz - Aevis Victoria rutscht wegen Corona-Pandemie in die roten Zahlen

Die im Spital- und Hotelgeschäft tätige Aevis Victoria Holding hat im ersten Halbjahr 2020 die Corona-Pandemie stark zu spüren bekommen und
18.09.2020 08:01
Das berühmte Hotel Victoria-Jungfrau in Interlaken gehört zur Aevis-Gruppe.
Das berühmte Hotel Victoria-Jungfrau in Interlaken gehört zur Aevis-Gruppe.
Bild: cash

Aevis Victoria ist in die roten Zahlen gerutscht. Die Fortschritte im Hotelgeschäft seien unterbrochen worden, zudem sei der Spitalbereich deutlich beeinträchtigt worden, so das Unternehmen. Der Gesamtumsatz belief sich im ersten Halbjahr auf 346,6 Millionen Franken nach 545,6 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie dem am Freitag veröffentlichten Halbjahresbericht zu entnehmen ist. Auf bereinigter Basis sei der Umsatz allerdings lediglich um rund 1,5 Prozent zurückgegangen.

Das Betriebsergebnis (EBIT) rutschte im ersten Halbjahr mit -9,4 Millionen Franken ins Minus, nachdem im Vorjahr noch ein Betriebsgewinn von 201,1 Millionen resultiert hatte. Unter dem Strich resultierte ein Reinverlust von 14,1 Millionen Franken (Vorjahresgewinn 202,2 Millionen).

Spitalgeschäft beeinträchtigt

Das im Swiss Medical Network zusammengefasste Spitalgeschäft entwickelte sich laut den Angaben noch bis Mitte März gut. Danach habe das vom Bundesrat verhängte Verbot nicht dringlicher medizinischer Eingriffe zu einem deutlichen Rückgang der Aktivitäten und damit zu einer tiefen Kapazitätsauslastung geführt.

Insgesamt resultierte ein Umsatzrückgang bei Swiss Medical Network um 5,9 Prozent auf 294,6 Millionen Franken. Seit Beginn des zweiten Halbjahres habe sich die Situation aber "fast wieder normalisiert", so Aevis.

Mehrwöchige Hotelschliessungen

Auf das "Hospitality-Segment" habe sich die mehrwöchige Schliessung aller Hotels ab dem 19. März nachhaltig ausgewirkt. Auch seit der Wiedereröffnung der Hotels seien das Aktivitätsniveau und die Durchschnittspreise in der Sommersaison 2020 weit unter den Vorjahren geblieben.

Der Umsatz im Hospitality-Segment stieg dennoch um knapp 50 Prozent auf 43,8 Millionen, dies dank der Akquisitionen der Hotels Mont Cervin Palace und Monte Rosa in Zermatt sowie des Hotels InterContinental in Davos. Organisch betrachtet habe aber ein Umsatzrückgang von 51,5 Prozent resultiert.

Keine Umsatzziele

Auf konkrete Umsatzziele für das Gesamtjahr 2020 auf Gruppenebene will Aevis zunächst verzichten. Zwar habe sich die Visibilität in den letzten Wochen verbessert. Die Entwicklungen im "Hospitality"-Bereich, der etwa einen Fünftel zum Konzernumsatz beisteuert, sei aber wegen der Quarantäne-Politik des Bundes nach wie vor nicht vorhersehbar.

Die Kapazitätsauslastung der Spitäler sei seit Juni aber wieder "sehr gut", betont Aevis. Die im zweiten Quartal erlittenen Umsatz- und Margeneinbussen würden bis Ende des Jahres aber nicht ausgeglichen.

(AWP)

 
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