Hände weg von den Zyklikern

Eine Privatbank warnt vor einer wirtschaftlichen Wachstumsverlangsamung. Ihre Strategen sagen auch gleich, in welchen Aktiensektoren Anleger am besten aufgehoben sind.
03.04.2014 07:00
Von Lorenz Burkhalter
Geht es nach der Bank J. Safra Sarasin, dann wittert der Versorgersektor Morgenluft.
Geht es nach der Bank J. Safra Sarasin, dann wittert der Versorgersektor Morgenluft.
Bild: ZVG

Wer hat an der Uhr gedreht? Zweimal im Jahr wagen die Strategen der Bank J. Safra Sarasin einen Blick auf die so genannte Investment-Uhr, die über den Stand im Wirtschaftszyklus orientiert. Seit dem letzten September ist der Uhrzeiger von der Expansionsphase weit in die Verlangsamungsphase vorgerückt.

Aufgrund des zyklischen Abschwungs und des anhaltenden Tiefzinsumfelds stehe die Jagd nach Rendite weiter im Vordergrund, so heisst es in einem Kommentar. Davon dürften seinen Verfassern zufolge vor allem die Sektoren Gesundheit und Versorger überdurchschnittlich profitieren. Zyklische Sektoren wie Roh- und Grundstoffe, Industrie und zyklischer Konsum sollten hingegen gemieden werden.

Weitere gute Argumente für Versorgeraktien

Wie die Strategen schreiben, konnte der Versorgersektor in den letzten Jahren keine überdurchschnittliche Entwicklung generieren. Seit 2009 habe das Marktsegment knapp 50 Prozent schlechter als der Gesamtmarkt abgeschnitten. Der Hauptgrund für diese Entwicklung sei vor allem struktureller Natur gewesen. Vor allem in Europa bestünden Überkapazitäten, welche die Energiepreise unter Druck setzten. Darüber hinaus hätten regulatorische Eingriffe in den USA und Europa Preiserhöhungen nur schwer durchsetzbar gemacht.

Seit Anfang dieses Jahres sei eine kurzfristige Erholung der Aktienpreise im Versorgersektor auszumachen. Ein Grund seien politische Andeutungen über mögliche Kraftwerkabschaltungen in Europa. Diese würden Hoffnung geben, dass Kapazitäten am Markt ausscheiden und sich so die Energiepreise erholen können. Aufgrund seiner defensiven Eigenschaften habe dem Sektor auch die Annexion der Krim durch Russland geholfen. Denn eine Eskalation der Situation könne Russland die Gaslieferungen zu Europa kappen lassen, was einen herben Schlag für die europäische Wirtschaft bedeuten würde.

Es sei aber vor allem der Wirtschaftszyklus, welcher für die Aktien von Versorgern spreche. Historisch sei dann mit einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung zu rechnen, wenn die Konjunkturindikatoren fallen würden. Auch das anhaltende Tiefzinsumfeld spreche für diese Sektor, habe die Attraktivität von Aktien mit einer hohen Dividendenrendite und Anleihen-ähnlichen Eigenschaften kaum nachgelassen.

Die Strategen der Bank J. Safra Sarasin setzen daher vor allem auf defensive Aktien und dort auf jene aus dem Versorgesektor.