Die schweizerisch-amerikanische Handelskammer rechnet nicht mit einer Aufhebung der Zölle, auch wenn der Präsident künftig vorsichtiger agieren müsse.
Das Ausmass des Erfolgs der Demokraten im Senat sei die grösste Überraschung der Wahl, sagte Rahul Sahgal, Direktor der schweizerisch-amerikanischen Handelskammer, am Mittwoch zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Für die Schweiz ändere sich die Lage voraussichtlich wohl nicht, insbesondere was die Zollpolitik betreffe.
«Ich glaube nicht, dass die Zölle verschwinden werden», fügte der Direktor hinzu. Doch der Präsident, der in dieser Frage weiterhin das Sagen hat, werde unter der Aufsicht der Demokraten «etwas vorsichtiger vorgehen» müssen.
Der Schwerpunkt im neuen Kongress werde nun stärker auf den Rahmenbedingungen liegen, so Sahgal. Er erwartete, dass die Demokraten den Fokus vermehrt auf Themen wie den Klimawandel und die Einwanderung legen würden. Auch die Stärkung der Kaufkraft der Amerikanerinnen und Amerikaner, insbesondere im Gesundheitsbereich, werde ein Ziel sein.
Die Auswirkungen auf die Wirtschaft seien vorerst aber nicht grundlegend. US-Präsident Donald Trump werde sich voraussichtlich stärker auf die Aussen- und Sicherheitspolitik konzentrieren, die in seinen Zuständigkeitsbereich falle. Der Direktor rechnete zudem damit, dass der Senat vom Präsidenten vorgeschlagene Ernennungen blockieren und vom Repräsentantenhaus eingeleitete Untersuchungen verhindern werde. Langfristig müsse man mehr «zwischen der republikanischen Exekutive und dem demokratischen Kongress lavieren».
(AWP)

