«Die extrem niedrigen Wasserstände ‌auf ⁠dem Rhein wirken sich bereits auf die Transportketten aus», ⁠erklärte Ralf Stüwe, Director Operations Area Germany and Central Europe, am Mittwoch auf ‌Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Transporte von Rotterdam ‌und Antwerpen nach Duisburg ​seien weiterhin möglich.

«Für Ziele am Mittel- und Oberrhein müssen Container jedoch zunehmend auf die Schiene oder den Lkw verlagert werden.» Hapag-Lloyd suche die jeweils bestmögliche Lösung und priorisiere zeitkritische Ladung. «Verzögerungen ‌können dennoch bereits jetzt auftreten, da die Kapazitäten auf Schiene und Strasse begrenzt sind.»

Die Situation unterstreiche die Bedeutung einer leistungsfähigen Schieneninfrastruktur, ​um Lieferketten widerstandsfähiger zu machen, betonte Stüwe. Hapag-Lloyd arbeitet ​für bestimmte eigene «Tür-zu-Tür»-Angebote mit Binnenschiffern zusammen, ​die den sogenannten «Barge-Service» übernehmen. Die Hamburger Reederei mit ihren mehr als 300 Frachtern ‌ist aber selbst ganz auf den Containertransport zu See fokussiert.

Angesichts der Hitzewelle und anhaltenden Trockenheit sinkt der Rheinpegel immer weiter. ​Laut ​Rohstoffhändlern ist die gewerbliche Schifffahrt im ⁠südlichen Abschnitt der wichtigen Wasserstrasse weitgehend ​zum Erliegen gekommen. ⁠

Das Niedrigwasser sorgt zunehmend für Beunruhigung in der deutschen Industrie: Mehrere ‌Unternehmen warnten bereits vor gefährdeten Lieferketten, Engpässen und Produktionsausfällen. Der Aussenhandel sieht den deutschen Exportaufschwung bedroht und verweist ‌auf die Rolle des Rheins als eine ​zentrale Verbindung zu den Seehäfen, insbesondere Rotterdam.

  • (Reuters)