Ein 5,2-prozentiger Kursverlust setzt die Valoren von Amrize am Donnerstag auf 31,36 Franken zurück. Die Titel sind damit aktuell die schwächsten des Swiss Market Index (SMI). Sie nähern sich auch ihrem Tiefststand, auf dem sie bei 29,85 Franken Anfang Oktober angelangt waren. Zugleich wächst der Abstand zum Höchststand aus dem Frühjahr 2026 von etwas über 51 Franken.

Auslöser des Kursrutsches ist der Bericht zum dritten Quartal, den CEO Jan Jenisch und sein Managementteam am Mittwochabend nach Börsenschluss präsentiert haben. Umsatz und operativer Gewinn lagen unter den Konsensprognosen. Zudem wurden die Jahresziele für den Umsatz und den bereinigten operativen Gewinn (EBITDA) gesenkt.

Obwohl eine Kürzung der Gesamtjahresprognose 2026 aufgrund schwächerer Baunachfrage und steigender Energiekosten erwartet worden sei, so sei die Reduktion des EBITDA-Ziels grösser als erwartet, schreibt Mark Diethelm, zuständiger Analyst des Vermögensverwalters Vontobel, in seiner Notiz vom Donnerstagmorgen. Auch wenn die Revision am Markt negativ aufgenommen werde, sei der schwächere Ausblick weitgehend volumengesteuert, während die Preise robust bleiben. Dies wertet der Vontobel-Experte als für das Jahr 2027 ermutigend. Er bestätigt das «Buy»-Rating, senkt jedoch das Kursziel auf 40 von 46 Franken.

Die tiefe Bewertung und der Abschlag gegenüber den US-Peers von rund 25 Prozent nehmen gemäss der Zürcher Kantonalbank (ZKB) bereits einiges an Negativem vorweg. Dennoch könne die negative Kursreaktion aufgrund der erneuten Gewinnverfehlung kaum überraschen. Der zuständige ZKB-Analyst, Martin Hüsler bleibt beim «Übergewichten»-Rating für den Baustoffkonzern aus Zug.

Das Unternehmen schloss das dritte Quartal mit einem um 2,2 Prozent höheren Umsatz von 3,77 Milliarden US-Dollar ab. Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) kam bei 1076 Millionen Dollar zu liegen (plus 0,2 Prozent). Beide Werte verfehlten die Analystenerwartungen. Ausserdem sieht das Management den Umsatz des Gesamtjahres neu in einer Spanne von 12,2 bis 12,4 Milliarden Dollar (zuvor: 12,5 bis 12,7 Milliarden Dollar). Beim operativen Gewinn werden neu 2,95 bis 3,05 Milliarden Dollar angepeilt (zuvor: 3,1 bis 3,2 Milliarden Dollar).

In den kommenden Tagen dürften die Analystinnen und Analysten wohl weitere Kurszielanpassungen vornehmen. Aktuell steht das durchschnittliche Preisziel bei 41,69 Franken und damit über der momentanen Notierung. Es gibt fünf Kaufempfehlungen, fünf «Neutral»-Ratings und ein Anlageurteil, das den Verkauf der Amrize-Valoren nahelegt.

Reto Zanettin
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