Seit Erreichen des Allzeithochs im Juli vor drei Jahren bei 192,29 Dollar haben die Valoren von Pepsico einen Drittel an Wert verloren. Die Firma wächst international weiter, schwächelt aber im wichtigen Heimmarkt in den USA, weil Preiserhöhungen nicht mehr ohne weiteres an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden können. 

Das Management nannte im letzten Quartalsgespräch mit Analysten die angespannte Haushaltslage der Verbraucher, die erneut anziehende Inflation und die hohen Benzinpreise als Gründe für den Rückgang der Kundenfrequenz an Tankstellen und Convenience-Stores. Das sind wichtige Kanäle für Impulskäufe von Chips und Limonaden. Zudem brachten Preissenkungen zur Absatzsteigerung nicht den erwarteten Erfolg und führten zu einem Dilemma.

Die niedrigeren Preise schmälerten die Margen, ohne dass dies durch ausreichend höhere Absatzmengen kompensiert werden konnte. Das Unternehmen kündigte daraufhin gezielte Preiserhöhungen für einige Snacks und Getränke an, um die gestiegenen Produktionskosten zu decken.

Entsprechend stehen die Analysten der Deutschen Bank beim Getränkehersteller Pepsico auf die Bremse. Sie reduzierten am Montag das Rating auf «Hold» von «Buy» und senkten das Kursziel auf 138 von 155 Dollar. Eine Erholung bei PepsiCo scheine ungewisser, selbst unter Berücksichtigung der im historischen Vergleich niedrigen Bewertung. Die Experten der Deutschen Bank hätten nun weniger Gewissheit hinsichtlich der strategischen Ausrichtung von Pepsico in Nordamerika und seien folglich weniger davon überzeugt, dass das Unternehmen eine dauerhafte Erholung im Segment PepsiCo Foods North America erreichen könne.

Die Experten der grössten deutschen Bank rufen zudem in Erinnerung, dass die Hochstufung von Pepsico auf «Buy» Ende 2024 auf der einfachen Annahme basierte, wonach das Management die Herausforderungen richtig erkannt habe. Eine Kombination aus Erschwinglichkeit, Innovation, Vertriebsgewinnen, Neuausrichtung der Marken sowie durch Produktivitätssteigerungen finanzierten Reinvestitionen sollte zu einer Rückkehr zu normalerem Wachstum und normaler Rentabilität führen.

Fast zwei Jahre später hätten aber viele dieser Initiativen nur gemischte oder kurzlebige Ergebnisse erzielt. Das gelte sowohl für das Lebensmittelgeschäft als auch für die Getränkeeinheit in Nordamerika. Beide täten sich weiterhin schwer damit, nachhaltige Verbesserungen bei Konsum, organischem Wachstum, Marktanteilen oder operativer Hebelwirkung zu erzielen.

Allerdings teilen nicht alle Analysten die Sorgen der Experten der Deutschen Bank. Die US-Investmentbank Goldman Sachs zeigt sich einiges zuversichtlicher. Angesichts der Ergebnisse des ersten Halbjahrs implizieren die Zahlen des zweiten Quartals per Ende Juni 2026 ein Wachstum des bereinigten Gewinns pro Aktie von lediglich rund 5,5 Prozent bis zum Jahresende. Das liege um den Mittelwert der Prognose des Managements und sei ein Ziel, das die Analysten von Goldman Sachs für weitgehend realistisch halten.

Zudem gelte es zu beachten, dass das Pepsico-Management für den Rest des Jahres in Nordamerika von einer eher allmählichen Verbesserung der Ergebnisentwicklung ausgehe. Für die zweite Jahreshälfte werde mit einem stärkeren Anstieg der Inputkosten gerechnet als im ersten Halbjahr, wobei Produktivitätseinsparungen in Rekordhöhe sowie Rückerstattungsansprüche für im Vorjahr gezahlte Zölle einen erheblichen Teil dieser Belastungsfaktoren abfedern dürften. Goldman Sachs stuft die Aktie mit «Buy» und einem Kursziel von 180 Dollar ein. 

Gemäss Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg vergeben neun Analysten dem Titel ein Rating «Kaufen», siebzehn «Halten» und einer «Verkaufen». Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 154,30 Dollar. 

Generell schwacher Sektor

Der Benchmark, gemessen am «iShares U.S. Consumer Staples ETF», legte in diesem Jahr lediglich um 5,4 Prozent zu, da die US-Konsumenten wegen der steigenden Inflation sowie hoher Spritpreise und Hypothekarzinssätze zunehmend vorsichtiger werden. Unter dieser Prämisse ist es wenig erstaunlich, wenn sich im Sektor der Basiskonsumgüter im Jahr 2026 die Spreu vom Weizen trennt und nicht alle Titel gleichermassen gut oder schlecht abschneiden.

Die Aktien des Detailhändlers Target sind im laufenden Jahr um 61,8 Prozent gestiegen, während die von Archer-Daniels-Midland um 48,2 Prozent zulegten. Auch The Coca-Cola, Altria und Philip Morris verzeichneten zweistellige Kursgewinne. 

Neben den Aktien von Pepsico fiel auch der Kurs von General Mills um 21,9 Prozent, wo Preiserhöhungen das Volumenwachstum bremsten. Auf einen Kursverlust (-3,0 Prozent) blickt auch der Branchenprimus Walmart. 

Thomas Daniel Marti
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