Die Aktien von Novartis und Roche sind am Montagmorgen kurz nach Börsenstart unter Druck. Die Partizipationsscheine von Roche geben 1,5 Prozent, die Aktien von Novartis 1,8 Prozent. Grund für die Abgaben sind zwei Herabstufungen durch die UBS und die Deutsche Bank. Während die Schweizer Grossbank Roche von «Kaufen» auf «Neutral» zurückstuft, senkt das deutsche Finanzinstitut die Empfehlung für Novartis von «Halten» auf «Verkaufen».
Bei Roche wirkt die Anpassung auf den ersten Blick etwas widersprüchlich. UBS-Analyst Matthew Weston streicht zwar die Kaufempfehlung, erhöht das Kursziel für die Partizipationsscheine gleichzeitig von 376 auf 420 Franken.
An den grundsätzlichen Stärken des Basler Pharmakonzerns zweifelt Weston nicht. Nach einem Kursanstieg von mehr als 50 Prozent innerhalb von zwölf Monaten seien die positiven Aussichten allerdings bereits weitgehend im Kurs eingepreist. Eine Bewertungsprämie gegenüber europäischen Pharmakonzernen hält er zwar weiterhin für gerechtfertigt. Für eine weitere Ausweitung gibt es jedoch kaum Spielraum.
Noch vorsichtiger fällt das Urteil von Deutsche Bank zu Novartis aus. Analyst Emmanuel Papadakis senkt neben der Anlageempfehlung auch das Kursziel von 120 auf 115 Franken. Nach dem Kursrückgang vom Montag auf rechnerisch rund 131,40 Franken entspricht dies einem weiteren Abwärtspotenzial von gut 12 Prozent.
Papadakis stört sich unter anderem daran, dass die Aktie die Verluste nach Rückschlägen bei den Wirkstoffprojekten Pelacarsen und Del-desiran bereits mehr als aufgeholt hat. Zudem sieht er für das Brustkrebsmittel Kisqali ein Patentrisiko ab 2031 und vermisst bedeutende klinische Impulse im kommenden Jahr. Zusätzlicher Konkurrenzdruck könnte ausgerechnet vom Basler Nachbarn kommen: Roche könnte mit Giredestrant nach Einschätzung des Analysten früher als erwartet das Umsatzpotenzial von Kisqali belasten.
Mit seiner Verkaufsempfehlung gehört Papadakis allerdings zur Minderheit. Insgesamt stehen bei Novartis drei Verkauf-, sechs Kauf- und 12 Halteempfehlungen gegenüber. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 127,10 Franken.
Bei Roche empfehlen wiederum zwölf von 19 Expertinnen und Experten den Kauf des PS. Sechs raten zum Halten, ein Analystzum Verkauf. Auch hier liegt das durchschnittliche Kursziel von 396 Franken unter dem aktuellen Niveau.

