Hier lohnt sich die «Contrarian»-Strategie

Eine Umfrage von Merrill Lynch zeigt, welche Anlagen bei Vermögensverwaltern besonders hoch in der Gunst stehen. Die Amerikaner verraten auch, wo Anleger gegen den Strom schwimmen sollten.
21.03.2014 08:09
Von Lorenz Burkhalter
Mutigen Anlegern empfiehlt die Bank of America Merrill Lynch sogar den Kauf türkischer Aktien.

Der Trend ist dein Freund, besagt eine aus dem angelsächsischen Raum stammende Börsenweisheit ins Deutsche übersetzt. Erfolgreich sind jedoch vor allem die Anleger, die zur richtigen Zeit auf eine Trendwende setzen.

Anhaltspunkte liefert Monat für Monat eine von der Bank of America Merrill Lynch bei Vermögensverwaltern und Fondsmanagern auf der ganzen Welt durchgeführte Umfrage. Dem amerikanischen Bankinstitut zufolge eignen sich extreme Umfragewerte als zuverlässiger Gegenindikator.

Vom 7. bis 13. März wurden 241 Vermögensverwalter und Fondsmanager mit verwalteten Vermögen von 636 Milliarden Dollar befragt. Auf Basis dieser Umfrageergebnisse raten die Strategen der Bank of America Merrill Lynch zum Kauf von Aktien, insbesondere von solchen aus den Schwellenländern und dort vor allem türkische Aktien. Bei beiden hätten sich die Befragten überaus vorsichtig geäussert. Im Gegenzug seien sie zu optimistisch, was die europäischen Aktienmärkte anbetrifft. Die Strategen empfehlen hier Wetten auf tiefere Kurse.

Vermögensverwalter negativ für Aktien und mit hohen Barmitteln

Als so genannten "Contrarian Trade des Monats" bezeichnen sie den Aufbau von Hausseengagements im ungeliebten Energiesektor bei gleichzeitigen Baisseengagements im Grundstoffsektor.

Den Amerikanern zufolge beträgt der durchschnittliche Barmittelanteil 4,8 Prozent. Er liege damit zum neunten aufeinanderfolgenden Monat über dem Schlüsselwert von 4,4 Prozent. Und das obschon der amerikanische S&P-500-Index in dieser Zeit von 1‘650 auf 1‘850 Punkte gestiegen sei.

Ausserdem sei der Aktienanteil auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten gefallen. Vermögensverwalter und Fondsmanager würden derzeit vor allem in den USA, Europa und in Grossbritannien auf höhere Aktienkurse setzen. Noch nie seien die Schwellenländer so vernachlässigt worden wie in der aktuellsten Umfrage.

Beides biete Anlegern, welche gegen den Strom schwimmen möchten, Gelegenheiten, so ist man sich bei der Bank of America Merrill Lynch sicher.