Hier sind die Funklöcher der Telekomanbieter

Man ist im Zug oder Auto unterwegs, surft im Internet und plötzlich funktioniert die Verbindung nicht mehr. Karten im Internet zeigen, wo die ungeliebten Funklöcher der Schweiz stecken.
03.05.2016 14:28
Von Pascal Züger
Wer beruflich unterwegs ist, braucht häufig auch eine gute Telefon-Verbindung.
Wer beruflich unterwegs ist, braucht häufig auch eine gute Telefon-Verbindung.
Bild: sxc

Zugegeben: Wenn sich Schweizerinnen und Schweizer über eine schlechte oder gar keine mobile Internet-Verbindung auf ihrem Smartphone beschweren, dann ist das Reklamieren auf hohem Niveau. Denn die deutsche Fachzeitschrift "Connect", welche jährlich umfangreiche Messungen der Mobilfunknetze in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchführt, stellt den Schweizer Anbietern regelmässig die Note "sehr gut" aus (zum neusten Vergleich).

Will heissen: Die Schweiz hat eine vorbildliche Netz-Abdeckung. So schreibt "Connect" denn auch, dass die guten Noten der Schweizer Anbieter ein Beweis für das "extrem hohe Leistungsniveau" des Schweizer Mobilfunkmarktes sei. In der jüngsten Auswertung im Dezember 2015 belegte Swisscom bereits zum siebten Mal in Folge den ersten Platz. 

Doch trotzdem sind Verbindungsprobleme nicht Geschichte. Die Abdeckung in den Städten ist zwar mittlerweile bei Swisscom, Sunrise und Salt sehr gut, doch in ländlichen und gebirgigen Gegenden gibt es noch immer Funklöcher. Wer mit dem Zug zur Arbeit pendelt, dem dürften Verbindungsprobleme kein Fremdwort sein.

Aber auch in den grössten Schweizer Städten gibt es gewisse Orte mit Funkstille. Bei Swisscom gibt es zum Beispiel neben dem Schweizerischen Landesmuseum beim Hauptbahnhof in Zürich eine 4G-freie Stelle, so auch in Basel beim Wasserturm Bruderholz und in Bern auf dem Gurten.

Wo es eine Verbindung hat und wo nicht, ist keine Blackbox, sondern lässt sich online für jeden Ort in der Schweiz ziemlich genau überprüfen:

4G-Abdeckung von Swisscom in der Schweiz (für interaktive Grafik aufs Bild klicken):

Quelle: Swisscom

Dabei bietet nicht nur die Swisscom, sondern auch deren Konkurrenz eine interaktive Grafik zur Überprüfung der Netzabdeckung an (zur interaktiven Grafik von Sunrise / zur interaktiven Grafik von Salt). Es zeigt sich, dass die Unterschiede minim sind. In der Praxis aber, wenn etwa mehrere Personen gleichzeitig mit Smartphones verschiedener Netz-Anbieter unterwegs sind, lassen sich regelmässig Unterschiede feststellen.

Auf der Schweizer Karte kann die Abdeckung der Netze 2G, 3G und 4G überprüft werden. Während ersteres - auch GSM (Global System for Mobile Communications) genannt - seit 1992 in Betrieb ist und in die Jahre gekommen ist - die Swisscom plant dieses Mobilfunknetz 2020 definitiv abzuschalten -, werden heutzutage 3G und immer mehr 4G benutzt.

4G oder LTE (Long Term Evolution) stellt dabei die Mobilfunktechnologie der vierten Generation dar und ermöglicht ein schnelles Internet für unterwegs. Die Ladezeiten sind einiges kürzer als noch beim Vorgänger 3G, auch UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) oder HSPA (High Speed Downlink Packet Access) genannt.

Da noch relativ neu, gibt es beim 4G aber noch leichte Abstriche in der Netzabdeckung. Während Swisscom hier gemäss eigenen Angaben aber bereits 98 Prozent erreicht, hinken Sunrise und Salt mit etwa 95 Prozent noch ganz leicht hinterher.

Die nächste Generation wartet

Was die verschiedenen Generationen der Mobilnetzwerke für Neuerungen gebracht haben, beschreibt Sunrise auf ihrer Homepage: Mit 2G wurden die Handys handlich, mit 3G verbreitete sich das mobile Surfen, und dank 4G können wir heute auf dem Smartphone ruckelfrei Videos schauen. 

In Planung ist bereits die nächste Generation der Netzwerkverbindung, welche die Netzstabilität massiv erhöhen und die Datenübertragungsgeschwindigkeit nochmals um das Tausendfache beschleunigen soll. Dies könnte die Digitalisierung auf eine neue Stufe bringen und die Vernetzung von Maschinen untereinander vorantreiben. Bis 5G aber verfügbar sein wird, dürfte es noch einige Jahre dauern. Von einer Einführung frühestens im Jahr 2020 ist die Rede.