Hörgerätehersteller - Sonova übertrifft Umsatz-Erwartungen leicht, spürt aber Zulieferketten-Verzögerungen

Sonova hat im ersten Halbjahr eine kräftige Erholung von der Pandemie verspürt. Das für seine Marke Phonak bekannte Unternehmen legte bei Umsatz und Reingewinn deutlich zu.
15.11.2021 07:26
Eine Mitarbeiterin des Hörgeräteherstellers Sonova.
Eine Mitarbeiterin des Hörgeräteherstellers Sonova.
Bild: ZVG

Beim Hörgerätehersteller läuft es derzeit rund. So verzeichnete Sonova im ersten Halbjahr 2021/22 eine dynamische Umsatzentwicklung (+49,9 Prozent auf 1,6 Mrd Franken). Und auch unter dem Strich legte das Unternehmen deutlich zu auf 301,9 Millionen Franken (+48,5 Prozent), wie es am Montag mitteilte.

Im Vergleich zum ersten Geschäftshalbjahr 2019/20 vor Beginn der Pandemie entspricht dies einer durchschnittlichen Wachstumsrate über zwei Jahre von 8,5 Prozent. Das Unternehmen legte sowohl im Detail- wie auch im Grosshandel bei den Marktanteilen zu - unter anderem wegen der erfolgreichen Paradise-Hörgeräte-Plattform.

Gute Geschäfte in den USA

Gut liefen die Paradise-Hörgeräte etwa im wichtigen US-Markt, wo die Auswirkungen der Corona-Pandemie kaum noch zu spüren waren. Das wichtige Geschäft mit dem "Department of Veterans Affairs", das sich um die Gesundheitsversorgung von US-Armee-Veteranen und deren Familien und Hinterbliebene kümmert, entwickelte sich überraschend stark.

CEO Arnd Kaldowski gab sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP selbst etwas überrascht, über die guten Zahlen in den USA. Im kommenden Halbjahr sei ein gewisser Rückgang nun aber nicht auszuschliessen, führte er aus. Das sei normal und passiere meist im Laufe des Produktzyklus.

Etwas weniger gut lief es dem Unternehmen aus Stäfa dafür in gewissen europäischen Märkten wie Deutschland. Hier seien die Auswirkungen der Pandemie noch präsenter gewesen. Ausserdem sind in gewissen Ländern Europas - etwa Österreich - die nächsten Lockdowns bereits Tatsache. Das dürfte auch künftig bremsen.

Für etwas Gegenwind sorgten im abgelaufenen Geschäftshalbjahr auch Verzögerungen in der Lieferkette. Hier war Sonova vom globalen Chip-Mangel betroffen. Und die Knappheit dürfte noch einige Monate anhalten. Die Nachfrage der Kunden habe man bisher zwar gut bedienen können, doch seien die Kosten in der Beschaffung gestiegen, sagte der CEO.

Prognose bestätigt

Mit Blick nach vorne erhöhte das Unternehmen daher - trotz des guten Geschäftsganges - seine bisherige Geschäftsprognose nicht. So strebt Sonova im Gesamtjahr eine Steigerung des konsolidierten Umsatzes von 24 bis 28 Prozent und ein bereinigtes EBITA-Wachstum von 34 bis 42 Prozent an (beides gemessen zu konstanten Wechselkursen).

Die geplante Akquisition der Sennheiser Consumer Division ist in diesem Ausblick noch nicht berücksichtigt. Ebenfalls nicht enthalten seien darin mögliche zusätzliche Probleme in der Zulieferkette.

An der Börse kam es in der Folge zu Gewinnmitnahmen. Die Sonova-Aktien büssten zum Wochenauftakt 5,8 Prozent ein. Die Aktien gehörten unter den Blue Chips zwar zu den Top-Performern des Jahres, für viele Anleger scheine nun aber der Zeitpunkt gekommen, um die Gewinne einzustreichen, meinten Händler.

(AWP)

 
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