Hoffnung für gelangweilte ABB-Aktionäre?

Aus Sicht der ABB-Aktionäre erwiesen sich die letzten Jahre als Nullsummenspiel. Nun macht ihnen eine Studie aus dem Hause UBS Hoffnung, welche eine Belebung in den Absatzmärkten vorhersagt.
27.08.2014 08:52
Von Lorenz Burkhalter
Geht über ABB endlich wieder die Sonne auf?

Vom Glanz vergangener Tage ist bei ABB nicht mehr viel zu verspüren. Nach mehreren Ergebnisenttäuschungen in Folge, musste der einstige Börsenliebling im Frühling dieses Jahres sogar bei seinen Mittelfristzielen zurückkrebsen.

Aus Sicht der Aktionäre erwiesen sich die letzten Jahre als Nullsummenspiel. Gestern Dienstag ging die Aktie bei 21 Franken aus dem Handel. Sie liegt damit selbst unter Berücksichtigung von Dividendenzahlungen nur unwesentlich über dem Stand vom Herbst 2009.

Schuld sind nicht zuletzt die Probleme im Strominfrastrukturgeschäft, wo ABB mit einer geringen Investitionsbereitschaft seitens der Kunden sowie mit einem immer intensiveren Wettbewerb asiatischer Anbieter kämpft. Der in Zürich beheimatete Industriekonzern verordnete diesem Sorgenkind in den letzten zwei Jahren zwar eine Kur. Das allerdings nur mit mässigem Erfolg.

Gewaltiger Investitionsbedarf spricht für neuen Superzyklus

Darf man den Experten der UBS Investmentbank Glauben schenken, dann hat sich im Strominfrastrukturbereich über die letzten Jahre ein gewaltiger Investitionsbedarf aufgestaut. In einer Studie zu diesem Thema schätzen sie, dass über die nächsten zehn Jahre weltweit nicht weniger als 6‘000 Milliarden Euro in die Strominfrastruktur investiert werden muss.

Den Studienverfassern zufolge liegt diese Zahl um gut 50 Prozent über den im vergangenen Jahrzehnt getätigten Investitionen. ABB erzielt in diesem Geschäftszweig direkt und indirekt geschätzte 60 Prozent des Jahresumsatzes.

Zu früh um den Champagner aus dem Keller zu holen

Dennoch versuchen die Experten, die damit verbundene Euphorie etwas zu dämpfen. Aufgrund der hohen Vergleichsbasis aus den vergangenen Jahren werde das Wachstum in den Schlüsselmärkten China und USA tiefer ausfallen. Darüber hinaus befürchten sie eine weitere Verschärfung des Wettbewerbs, insbesondere in den Schwellenländern.

Der in der jüngeren Vergangenheit beobachtete Preisdruck dürfte damit nicht so schnell nachlassen. Es ist deshalb wichtig, dass ABB unbeirrt an den bisherigen Restrukturierungsmassnahmen festhält oder diese sogar noch einmal intensiviert.