Die Aktien von Barry Callebaut steigen kurz nach dem Börsenstart um rund 1,4 Prozent auf 1122 Franken. In einem zurückhaltenden Marktumfeld - der Swiss Performance Index (SPI) fällt rund 0,2 Prozent - sorgt eine Kurszielerhöhung der UBS für Rückenwind beim Schokoladenproduzenten.

Die Schweizer Grossbank erhöht das zwölfmonatige Kursziel für Barry Callebaut von 1100 Franken auf 1180 Franken und bestätigt das Rating «Neutral». UBS-Experte Joern Iffert sieht kurzfristig mehr Aufwärtspotenzial für die Anlegerstimmung. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau entspricht das Ziel einem Plus von etwas über 5 Prozent.

Als Grund für das Aufwärtspotenzial nennt der Analyst die anstehenden Ergebnisse für das Gesamtjahr 2025/2026. Sie dürften über den Erwartungen liegen: Der Marktkonsens erwartet einen Umsatz von rund 12’468 Millionen Franken, der Gewinn pro Aktie wird auf 39,45 Franken geschätzt - nach fast 45 Franken im Vorjahr. Die Ergebnisse werden am 4. November veröffentlicht.

Weiter dürften die steigenden Kakaopreise aus dem Cashflow finanziert werden. Denn in der Vergangenheit hatte Barry Callebaut grössere Probleme, die steigenden Rohstoffkosten an die Kunden weiterzugeben, als der Konkurrent Lindt & Sprüngli. Zur Erinnerung: Im vergangenen Halbjahr sind die Preise um über 120 Prozent von etwa 3000 Dollar auf 6600 Dollar pro Tonne angestiegen. 

Allerdings rechnet Iffert für das nächste Geschäftsjahr (2026/2027) mit einem Wachstum des Kern-Nettogewinns von 37 Prozent im Jahresvergleich. Geringere einmalige Lieferkettenkosten und niedrigere Finanzierungskosten sind die Hauptgründe dafür.

Mit dem neuen Kursziel liegt die UBS nun etwas über dem Durchschnitt, der bei 1161 Franken liegt. Die 13 Analystinnen und Analysten sind bei Barry Callebaut jedoch geteilter Meinung: Fünf raten zum Kauf, ebenso viele zum Halten und drei zum Verkaufen.

So sieht etwa Morgan Stanley (Kaufempfehlung) den Schokoladenhersteller langfristig in einem Umfeld sinkender Kakaopreise als frühen und direkten Profiteur, da sich dies positiv auf Volumen, Gewinne und den freien Cashflow auswirken dürfte. Barclays dagegen rät zum Verkauf. Die aktuelle Bewertung lasse wenig Spielraum für Fehler.

Tatsächlich notiert das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) trotz Kursverlusten von über 22 Prozent seit dem Jahreshoch und über der Hälfte seit dem Allzeithoch im September 2021 mit fast 24x über dem langjährigen Durchschnitt von 20,6x.

(Mit Material der Nachrichtenagentur AWP)

Luca_Niederkofler
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