Vor sechs Jahren stieg die britische Frasers Group mit fünf Prozent bei Hugo Boss ein. Nun steht der deutsche Traditionsschneider unter britischer Flagge.
Jüngst hat das Modekonglomerat von Gründer Mike Ashley seinen Anteil auf rund 48 Prozent erhöht und angekündigt, die Beteiligung auf über 50 Prozent ausbauen zu wollen. Frasers ist der dominante Aktionär.
Die Machtverhältnisse im Verwaltungsrat sind mit neu einem zweiten Sitz und dem Abgang von Präsident Stephan Sturm zementiert. An dessen Stelle rückt Frasers-CEO Michael Murray. Am Management-Team um den Schweizer CEO Daniel Grieder hält man ebenso fest wie an der Strategie.
Während die Boss-Aktien vor sich hindümpeln, haben die Frasers-Titel seit Anfang Jahr um gut 18 Prozent zugelegt. Offenbar sollen Luxusmarken die Massen in die Billigläden locken. Ob die Frasers Group den Anteil weiter aufstocke, spiele keine Rolle, da sie de facto bereits jetzt die Kontrolle ausübe, heisst es bei Hugo Boss hinter vorgehaltener Hand.
Neu ist die Situation nicht. Bis 2015 war die Beteiligungsgesellschaft Permira bei Boss am Drücker. Sie baute die Zahl der Läden stark aus. Im April 2015 kletterte die Aktie mit 120 Euro auf ein Rekordhoch (heute 38 Euro).
Permiras Erbe: hohe Kosten, was nach Abkühlung der Nachfrage in China zu Gewinnwarnungen führte. Anders als Permira ist Frasers ein Handelsprofi. Hugo-Boss-Chef Grieder, der gut ein Jahr nach Frasers’ erster Beteiligung zum CEO ernannt worden ist, muss mit seinem Management liefern. Die Aktie notiert gut 18 Prozent tiefer als bei seinem Antritt. Sein Vertrag läuft bis 2028.
Dieser Artikel erschien zuerst bei bilanz.ch
