Dies erfuhr ⁠die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus Militärkreisen. Damit weiten die Rebellen ihren Einfluss auf die Meerenge ⁠Bab al-Mandab aus, die als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt gilt. Zudem griffen die Huthis die militärisch bedeutsamen ‌Hanisch-Inseln an und landeten dort Regierungsangaben zufolge. Die Sorge vor ‌einer Blockade der Seewege liess den Preis für ​die Rohölsorte Brent am Donnerstag um 3,5 Prozent auf über 100 Dollar pro Barrel steigen.

Huthi-Sprecher Mohammed Abdulsalam erklärte am Donnerstag auf der Plattform X, die Schifffahrt und der internationale Handel im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab seien weiterhin sicher. Der Jemen stelle keine Bedrohung ‌für den Schiffsverkehr dar. Die Einsätze der Huthis seien defensiv und beschränkten sich auf zuvor angekündigte Ziele. Die Aktionen würden eingestellt, sobald die Angriffe auf den Jemen endeten und die Blockade aufgehoben würde.

Für Saudi-Arabien besonders wichtig

Die Meerenge Bab al-Mandab liegt zwischen dem Jemen auf ​der Arabischen Halbinsel einerseits und Dschibuti sowie Eritrea an der ​afrikanischen Küste andererseits. Sie ist eine Hauptroute für Rohöl und Treibstoff aus der Golfregion in Richtung Mittelmeer und Asien. ‌Für Saudi-Arabien ist der Seeweg durch das Rote Meer besonders wichtig, da die Strasse von Hormus wegen des Konflikts zwischen den USA und dem Iran weitgehend blockiert ist. Die jemenitischen Regierungstruppen zogen ​sich den ​Angaben zufolge nach Süden in Richtung Dhubab zurück, ⁠um die Kontrolle über die Meerenge zu sichern.

Die Kämpfe ​zwischen Saudi-Arabien und den ⁠Huthis eskalierten zuletzt weiter. Die saudi-arabischen Behörden lösten am Donnerstag in der südwestlichen Stadt Chamis Muschait ‌wegen anhaltender Angriffe der Miliz viermal innerhalb von 24 Stunden Luftalarm aus. Um eine weitere Eskalation zu verhindern, übermittelte Pakistan eine saudi-arabische Aufforderung an den Iran, mässigend auf ‌die Huthis einzuwirken. Ein hochrangiger iranischer Vertreter bestätigte den Erhalt der Botschaft ​am Dienstag, erklärte jedoch, der Iran kontrolliere die Huthis nicht. Die Rebellen hatten sich im März aufseiten des Iran am Krieg beteiligt und im Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt.

(Reuters)