Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben ihre Offensive ‌ausgeweitet und ⁠die Stadt Dhubab erreicht. Damit rücken die mit dem Iran verbündeten Milizen näher an die strategisch wichtige, ins ⁠Rote Meer führende Wasserstrasse Bab al-Mandab heran, wie zwei Vertreter der jemenitischen Regierung der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag sagten. Die Kontrolle über ‌Dhubab gilt als Schlüssel für die Beherrschung der Meerenge, da die Stadt ‌direkt am Seeweg gegenüber der strategisch bedeutsamen Insel ​Perim liegt. Den Regierungsvertretern zufolge haben sich die von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen von Perim zurückgezogen.

Die jemenitischen Streitkräfte kündigten Gegenangriffe an, um die von den Huthis eroberten Gebiete entlang der Küste des Roten Meeres zurückzugewinnen. Die international anerkannte Regierung werde Waffen und Flugzeuge einsetzen, um die Bewegungen der Rebellen in Schlüsselgebieten zu unterbinden, teilten die ‌Streitkräfte mit. Dies betreffe unter anderem die Strasse zur Küstenstadt Mokka, die die Huthis am Donnerstag zusammen mit den Hanish-Inseln im Roten Meer eingenommen hatten. Militärsprecher Oberst Madsched al-Nasili rief die Zivilbevölkerung auf, die Verbindung zwischen den ​Städten Tais und Mokka zu meiden. Die Kämpfe hatten sich in den vergangenen Tagen ​verschärft, da die Huthis sich verstärkt auf die Kontrolle der ​jemenitischen Küstenlinie konzentrierten.

Golf-Aufssenminister planen Treffen

Der rasche Vormarsch der Huthis an der Küste wird Regierungs- und Geheimdienstkreisen zufolge ‌direkt von den iranischen Revolutionsgarden gesteuert. Ziel sei es, eine neue Front im Konflikt mit den USA zu eröffnen. Der Iran habe den Huthis vergangene Woche befohlen, ihre Angriffe zu intensivieren, und dafür finanzielle Hilfe, Waffen und ​Berater zugesagt, ​sagten zwei iranische Insider. Teheran bestreitet jedoch eine militärische ⁠Einflussnahme.

Angesichts der Lage bat der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman ​US-Präsident Donald Trump am Donnerstag ⁠in zwei Telefonaten um amerikanische Luftschläge gegen die Huthis, wie das Portal «Axios» unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter berichtete. ‌Trump habe die Bitte jedoch abgelehnt. Die USA wollten ein direktes militärisches Eingreifen vermeiden, äusserten jedoch wachsende Sorgen über den eskalierenden Konflikt.

Um eine weitere Eskalation zu verhindern, planen die Aussenminister der ‌Golfstaaten offenbar ein Treffen mit dem iranischen Ressortchef. Wie die Zeitung «Financial Times» am Freitag ​unter Berufung auf informierte Personen berichtete, soll das Treffen am Montag in der omanischen Küstenstadt Salala stattfinden. Ziel der von Oman und dem Iran vorangetriebenen Initiative sei eine vorübergehende Vereinbarung zur Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Strasse ‌von Hormus.

(Reuters)