Die Aktien von Idorsia legten am gestrigen Montag 3,6 Prozent zu und schlossen bei 4,34 Franken. Damit übertrafen sie den Swiss Performance Index (SPI), der um 0,6 Prozent avancierte. Für Aufmerksamkeit sorgte die Ankündigung des Allschwiler Biopharmaunternehmens, den Wirkstoff Daridorexant künftig gezielt bei Autismus-Spektrum-Störungen zu untersuchen. Als Quviviq ist das Mittel bereits gegen Schlafstörungen bei Erwachsenen zugelassen.
Können die Aktien des Biotech-Unternehmens damit einen erneuten Anlauf auf die Kursniveaus vom Sommer starten? Zur Erinnerung: Von Juni bis Mitte August hatten sich die Valoren von rund 4,30 Franken auf 6,80 Franken um über 58 Prozent verteuert. Diese Gewinne sind seither wieder verschwunden.
Was steckt hinter dem Rückgang? Die Sommerrally enthielt eine erhebliche spekulative Komponente. Bereits Mitte Juni hatten Gerüchte über positive Nachrichten zum Blutdruckmittel Aprocitentan die Aktien zeitweise um mehr als einen Fünftel steigen lassen. Die Halbjahreszahlen vom 30. Juli lieferten anschliessend keine zusätzlichen positiven Impulse.
Aus technischer Sicht dürfte die Zone um 4 bis 4,20 Franken als starke Unterstützung gelten. Darunter käme das Niveau um 3,70 Franken, dann 3,33 Franken und anschliessend das Jahrestief bei rund 2,80 bis 3 Franken wieder in Reichweite. Auf der Oberseite markiert die runde Marke von 4,50 bis 5 Franken den ersten spürbaren Widerstand. Weitere Hürden liegen beim Augusthoch von 6,73 Franken und beim Sommerhoch von 7,56 Franken.
Fundamental bleibt die Ausgangslage anspruchsvoll. Der Gesamtumsatz sank, trotz steigender Quviviq-Umsätze. Der Reingewinn blieb mit einem Fehlbetrag von 152 Millionen Franken deutlich hinter dem durch Einmaleffekte verzerrten Gewinn von 52 Millionen im Vorjahr zurück.
Von drei Expertinnen und Experten empfiehlt eine Person zum Kauf, zwei zum Halten und keine zum Verkauf. Die Kaufempfehlung stammt von Kepler Cheuvreux; das dortige Kursziel lautet 4,50 Franken. Das durchschnittliche Zwölfmonatsziel von 5,03 Franken impliziert vom aktuellen Kurs aus ein Aufwärtspotenzial von rund 15,9 Prozent. Allerdings hat Kepler die Einschätzung seit Januar 2026 nicht mehr überarbeitet.
Am Donnerstag, 29. Oktober, folgen die Neunmonatszahlen. Anlegerinnen und Anleger sollten vor allem darauf achten, ob die Jahresprognose für Quviviq erreichbar bleibt und wie sich Liquidität und Finanzierungsbedarf entwickeln.

