Das zweite Quartal 2026 dürfte für das Biotechnologieunternehmen Idorsia ein schwieriges gewesen sein. Der Umsatz ist laut Schätzungen von Experten auf 49,5 Millionen Franken gesunken, nach 72 Millionen Franken im zweiten Quartal 2025. Zugleich sehen die Prognosen einen gegenüber der ersten Jahreshälfte 2025 rückläufigen Umsatz im ersten Halbjahr 2026.
Den von Bloomberg erhobenen Daten zufolge dürfte ein operativer Verlust von 31,9 Millionen Franken resultiert sein (zweites Quartal 2025: 3 Millionen Franken Verlust). Unter dem Strich wird voraussichtlich ein Reinverlust von 52,8 Millionen Franken stehen (zweites Quartal 2025: 11 Millionen Franken Verlust). Aufgrund der Fehlbeträge im ersten Quartal ist nun auch für das erste Semester mit roten Zahlen zu rechnen. Die Prognosen sind allerdings nicht breit abgestützt, da nur wenige Analysten dazu beigetragen haben. Tag der Wahrheit ist am Donnerstag, wenn das Management die effektiven Zahlen veröffentlicht.
Neben dem reinen Zahlenwerk werden sich die Anlegerinnen und Anleger für Aussagen zu den wichtigsten Medikamenten interessieren, namentlich zu Tryvio und Quviviq. Zu Quviviq gab das Management des in Allschwil ansässigen Unternehmens Anfang Woche schon eine exklusive Vereinbarung mit Jamjoom Pharma zur Vermarktung und Distribution des Schlafmittels in Saudi-Arabien und der Levante bekannt. Partnerschaften wie diese seien entscheidend, um die Vermarktung von Idorsia-Produkten auf neue Regionen auszuweiten und letztlich den Patientenzugang weltweit zu maximieren, hiess es in der Medienmitteilung vom Montag.
Unterdessen hat der Verwaltungsrat auch einen Nachfolger für die nach kurzer Amtsdauer abgetretene CEO Srishti Gupta gefunden. Roland Wandeler wird die operative Unternehmensleitung übernehmen und so Verwaltungsratspräsident und ad-interim CEO Jean-Paul Clozel ablösen. Allerdings wird Wandeler an der Berichterstattung vom morgigen Donnerstag noch nicht dabei sein, da er erst Anfang Oktober in sein Amt einsteigt.
Aktie im Hoch
Die Valoren von Idorsia gehören zu den stärksten am Schweizer Aktienmarkt im laufenden Jahr. Seit Anfang Januar sind sie um 52 Prozent gestiegen, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) um knapp 12 Prozent angezogen hat.
Am Mittwochnachmittag kostet eine Idorsia-Aktie 6,65 Franken. Sie notiert damit auf einem der höchsten Stände seit fast drei Jahren. Dabei liegt das durchschnittliche Kursziel der von Bloomberg erfassten Analysten bei 4,75 Franken. Es impliziert einen rund 28-prozentigen Kursverlust in den nächsten zwölf Monaten. Zwei Analysten empfehlen Idorsia zum Kauf, drei Experten sagen «Hold»; Verkaufsempfehlungen gibt es keine.
Unter den bei Bloomberg verzeichneten Expertinnen und Experten befindet sich die Analystin der Deutschen Bank, Henrietta Boeg, die beim Kursziel von 4,50 Franken ein «Hold»-Rating für Idorsia vertritt. In ihren jüngsten Marktkommentaren hat sie verschiedene Katalysatoren genannt, die eine Neubewertung der Aktie auslösen können, unter anderem die Freisetzung des kommerziellen Potenzials von Quviviq in den Vereinigten Staaten.

