Die Aktien von Adecco verloren am Mittwoch 3,01 Prozent auf 21,18 Franken. Insgesamt wurde der Titel in den vergangenen zwei Wochen um rund 10 Prozent zurückgebunden, nachdem Ende September noch ein neues Jahreshoch resultierte. Seit Jahresbeginn ist die Entwicklung mit einem Minus von etwas mehr als sieben Prozent weiter negativ. 

Am Mittwoch drückte erneut eine Herunterstufung auf die Kurse. Kepler Cheuvreux senkt das Rating für Adecco auf «Hold» von «Buy» und reduziert das Kursziel auf 21,30 von 34 Franken. Ebenso belastete eine Research-Notiz von Morgan Stanley vom Dienstag. Zwar erhöhte die US-Investmentbank das Kursziel für Adecco auf 19 von 18,50 Franken, beliess die Einstufung aber weiterhin auf «Underweight».

Ebenso scheint die Kurseinschätzung einer anderen US-Investmentbank verpufft zu sein. Goldman Sachs erhöhte Anfang Oktober das Kursziel für Adecco auf 30,50 von 29 Franken und beliess die Einstufung auf «Buy». Das ergibt ein Upside-Potenzial von 44 Prozent. 

Für die Aktionäre könnte es eine Hängepartie werden bis zur Präsentation der Quartalszahlen am 12. November 2026. Anlegerinnen und Anleger werden dann besonders darauf achten, wie sich die KI auf das Geschäftsmodell von Adecco auswirkt. Mitte September hatte der Personaldienstleister mitgeteilt, die KI-Lösung «Agentforce» in 40 Ländern einzuführen.

Adecco hatte bereits im Frühling bekannt gegeben, die Lösung «Agentforce 360» von Salesforce zu übernehmen. Das auf der Technologie «Claude» von Anthropic basierende Produkt unterstützt laut den Angaben Arbeitsabläufe in den Bereichen Vertrieb, Personalbeschaffung sowie Kunden- und Kandidatenbetreuung. 

Trotz der Ankündigung kam der Titel im Frühling unter Druck und sank auf ein Jahrestief von 14 Franken, weil befürchtet wurde, Adecco könnte wegen neuen KI-Applikationen Kunden und Umsätze verlieren. Diese Angst erwies sich im Nachhinein vorerst als unbegründet, ebenso wie die Befürchtung vor einem Wirtschaftsabschwung in Frankreich und anderen wichtigen europäischen Märkten.

Aufgrund der attraktiven Dividendenrendite von 4,7 Prozent bleibt der Titel eine Überlegung wert. Die Dividendenpolitik von Adecco gab in den vergangenen Jahren wegen der hohen Schulden indes zu reden. Der Personalvermittler hatte im Jahr 2025 seine Ausschüttung massiv um rund 60 Prozent gekürzt, um den Schuldenabbau zu beschleunigen. Damit wurde bestätigt, dass die hohen Dividenden, die Adecco über Jahre ausschüttete, nicht haltbar waren. 

Thomas Daniel Marti
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