Die Valoren von Holcim zogen am Freitag um 5,0 Prozent nach überzeugenden Quartalszahlen an und haben damit die Kurskorrektur seit Jahresbeginn etwas eingrenzen können.
Nicht zuletzt auch dank Fortschritten auf der Kostenseite und bei den Absatzpreisen sei es dem Baumaterialhersteller möglich gewesen, den operativen Gewinn im Jahresvergleich überproportional zu steigern, heisst es etwa. Rückblickend erweise sich die Angst vor negativen Folgen der stark gestiegenen Energiepreise jedenfalls als übertrieben. Während der Gewinnbeitrag aus Europa etwas hinter den Erwartungen zurückbleibt, übertreffen jene aus den übrigen Regionen diese teilweise deutlich. Das gilt insbesondere für die Region Lateinamerika.
Die Zürcher Kantonalbank schrieb in einem Kommentar, Holcim habe in den letzten Jahren wiederholt die Fähigkeit bewiesen, trotz schwieriger Rahmenbedingungen überdurchschnittliche Profitabilitätsfortschritte erzielen zu können. Nach einem enttäuschenden Kursverlauf sei die Aktie weiterhin attraktiv bewertet und der faire Wert des Titels bei 84 Franken, so die Experten der ZKB.
Vontobel betont, dass damit die von einigen Marktakteuren befürchteten Abwärtsrevisionen bei den Konsensschätzungen wohl vom Tisch seien. Nach der Veröffentlichung der Zweitquartalszahlen von Ende Juli haben die Aktien von Holcim eine schmerzhafte Bewertungskorrektur durchlaufen. Mit einem Minus von 14 Prozent seit Jahresbeginn zählt der Baumaterialhersteller zu den drei SMI‑Schlusslichtern.
Nun, da die Angst vor negativen Folgen der stark gestiegenen Energiepreise nachlassen dürfte, sehen Händler Raum für eine Kurserholung. Allerdings dürften die Bäume diesbezüglich wohl nicht in den Himmel wachsen, so der Tenor. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 82,93 Franken. Das entspricht knapp dem Allzeithoch, das im Februar erreicht worden ist.
Umsatz und Gewinn im dritten Quartal überzeugend
Insgesamt stieg der Umsatz von Juli bis Ende September 2026 um 15,5 Prozent auf 4,66 Milliarden Franken, wie der Innerschweizer Konzern am Freitag bekannt gab. Dabei kam erstmals seit langem Rückenwind vom Franken, der sich in den vergangenen Monaten abgewertet hatte. Die Franken-Abschwächung hob den Umsatz um 96 Millionen nach oben.
Auch Käufe und Verkäufe von Geschäftsteilen stützten den Umsatz mit weiteren 331 Millionen. Organisch, also aus eigener Kraft, sei Holcim um 5,1 Prozent gewachsen, hiess es weiter.
Der wiederkehrende Betriebsgewinn EBIT stieg um 16,8 Prozent auf 976 Millionen Franken. Der grösste Teil der Zunahme kam aus eigener Kraft: Das organische Wachstum betrug 12,2 Prozent. Der Kauf und Verkauf von Geschäftseinheiten trug 20 Millionen zum EBIT bei und die Franken-Abschwächung 24 Millionen. Die entsprechende operative Marge erhöhte sich leicht auf 20,9 Prozent von 20,7 Prozent im Vorjahresquartal.
Die Ziele für das Gesamtjahr 2026 schraubte der Konzern erneut höher. Nun erwartet Holcim ein Wachstum des wiederkehrenden Betriebsgewinns um 10 bis 12 Prozent, nachdem bisher ein Plus von rund 10 Prozent angepeilt worden war. Die entsprechende Marge soll weiter steigen. Das Ziel für den Umsatz blieb indes unverändert. Er soll um rund 5 Prozent zulegen.
Zudem peilt Holcim wie bisher einen freien Cashflow von rund 2 Milliarden Franken an. Ferner soll das Geschäft mit recycelten Bau- und Abbruchmaterialien um über 20 Prozent wachsen.
(Mit Material der Nachrichtenagentur AWP)

