Die Aktie der Online-Bank Swissquote befindet sich in einer anhaltenden Konsolidierungsphase. Mit dem jüngsten Rutsch auf 35,64 CHF während des Freitagshandels - am Ende der Handelswoche schlossen die Papiere bei 36,16 CHF - fielen die Valoren auf ihr bisheriges Jahrestief 2026. Gleichzeitig markieren die Titel auch ein neues 1,5-Jahrestief.
Gegenüber dem Auguststand ergibt sich ein Minus von 4,6 Prozent, während der Bitcoin in derselben Zeit um stattliche 37 Prozent zulegte. Für den heimlichen Bitcoin-Proxy ist das ungewöhnlich. Wer die Aktie vor eineinhalb Jahren noch als direkten Weg in den Krypto-Boom gekauft hat, dürfte sich deshalb aktuell fragen: Was steckt hinter der Entkopplung?
Die Erklärung liegt laut Expertinnen und Experten vor allem in den Halbjahreszahlen von Mitte August. Die Swissquote-Aktien sackten am Tag nach der Publikation rund 14 Prozent ab.
Wie Analyst Christoph Greulich von Berenberg ausführt, habe der Krypto-Einbruch die Zahlen überschattet: Die Erlöse seien stabil geblieben, der Vorsteuergewinn hingegen leicht gesunken, weil die schwache Krypto-Sparte die solide Entwicklung der übrigen Bereiche ausgeglichen habe. Auch bei Goldman Sachs verweist Analyst Oliver Carruthers darauf, dass sich das Kundenwachstum der voll digitalen Vermögensplattform in den vergangenen sechs Monaten abgeschwächt hat.
Als Risiken gelten zudem der schärfere Wettbewerb, eine schwächere Kundenaktivität und tiefere Zinserträge. Positiv bleiben Kundenwachstum und Netto-Neugeld - wenn auch normalisiert - und der deutlich gesunkene Kostenaufwand, der über operative Hebelwirkung Margenpotenzial eröffnet.
Aus technischer Sicht zeigt der Chart ein mehrmonatiges Seitwärtspendel mit abwärts gerichteter Tendenz. Die psychologisch wichtige Marke von 36 Franken dürfte als Unterstützung fungieren - fiele sie, wäre der Weg in Richtung des 36-Franken-Kursziels frei. Seit Jahresbeginn wurde diese Marke allerdings dreimal erfolgreich verteidigt. Nach oben könnte ein Bruch der 42-Franken-Hürde die Charttechnik wieder zur Zuversicht einladen, doch zunächst gilt die Talsohle als nicht gesichert.
Fundamental bewerten die Analystinnen und Analysten das Papier solide: Die Ertragsbasis gilt als robust, die Frage ist jene des Tempos. Das Stimmungsbild der Experten ist deshalb leicht positiv: Von zehn Analysten empfehlen drei zum Kauf, sieben zum Halten, keine Stimme lautet auf Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel für die nächsten zwölf Monate liegt bei 44,56 Franken, was vom aktuellen Niveau aus einem Aufwärtspotenzial von rund 23 Prozent entspricht. Die Spanne reicht vom tiefsten Ziel von 36 Franken bis zum höchsten von 59 Franken - Letzteres würde ein Plus von über 63 Prozent bedeuten. Zuletzt hat Goldman Sachs das Ziel auf 51 von 48 Franken erhöht und die «Buy»-Einstufung bestätigt, während Berenberg leicht auf 43 Franken senkte.
Wie geht es nun weiter? Anlegerinnen und Anleger sollten vor allem die Krypto-Aktivität, das Kundenwachstum und die Zinserträge im Auge behalten. Neue Daten könnten frühestens an der ZKB Swiss Equity Conference vom 4. November aufschlagen, andernfalls spätestens bei den Ganzjahreszahlen im März 2027.

