Immobilien - Jeder Dritte plündert für den Hauskauf seine Pensionskasse

Jeder dritte Immobilienkäufer macht bei seiner Pensionskasse einen Vorbezug, um teilweise den Immobilienkauf zu finanzieren. Ohne diesen Vorbezug müssten viele dieser Käufer auf den Kauf verzichten.
13.11.2017 11:10
Für den Traum der Eigentumswohnung zapfen viele Käufer ihr Vorsorgegeld an.
Für den Traum der Eigentumswohnung zapfen viele Käufer ihr Vorsorgegeld an.

Das ist das Ergebnis einer am Montag publizierten Studie des Hypothekenvermittlers MoneyPark. Der Hypothekenvermittler hat dafür rund 2000 Finanzierungen und 10'000 Finanzierungsanfragen aus den Jahren 2013 bis 2017 ausgewertet.

Bei den Finanzierungen stellt MoneyPark fest, dass 80 Prozent der Käuferinnen und Käufer, die ihre Wohnung oder Haus mit PK-Gelder mitfinanziert haben, ohne diesen Vorbezug den Kauf aus eigener Kraft nicht hätten tätigen können. Rund 500 der 2000 getätigten Immobilienkäufe wären demnach zumindest auf diese Weise nicht zu Stande gekommen.

Häufigerer Vorbezug von PK-Geldern

Bei den Finanzierungsanfragen zeigt die Auswertung einen Trend zu häufigerem und höherem Vorbezug von PK-Geldern. Während 2013 rund 30 Prozent bei ihrer Anfrage angaben, einen Pensionskassenvorbezug in Betracht zu ziehen, waren es 2017 rund 40 Prozent. Gleichzeitig stieg der Betrag der gewünschten Vorbezüge von 56'000 Franken auf 72'000 Franken. Bei den tatsächlich vollzogenen Finanzierungen beträgt der durchschnittliche Betrag rund 70'000 Franken.

Grund für diesen Trend zum Vorbezug sind die Immobilienpreise, die deutlich schneller steigen als das Durchschnittsvermögen. So kann sich gemäss MoneyPark ein Schweizer Haushalt mit einem Vermögen von 160'000 Franken eine Immobilie im Wert von 790'000 Franken leisten. Das reicht jedoch in der Region Zürich, im Tessin, in der Zentral- und in der Ostschweiz nicht, um sich eine durchschnittlich teure Eigentumswohnung zu kaufen.

(SDA)