Immobilien - Preise für Wohneigentum in der Schweiz steigen trotz Krise weiter

Mit Investitionen in Wohneigentum kann man derzeit nicht viel falsch machen. Auch im vergangenen Jahr sind die Preise für Wohneigentum trotz Corona-Krise und Rezession gestiegen.
13.01.2021 16:28
Immobilien-Experte Donato Scognamiglio.
Immobilien-Experte Donato Scognamiglio.
Bild: Nik Hunger

Der "SWX IAZI Private Real Estate Price Index" für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen ist im 4. Quartal 2020 um 1,1 Prozent gestiegen nach +0,3 Prozent im Vorquartal, wie das Immobilienberatungsunternehmen am Mittwoch mitteilte.

Dabei sind Eigentumswohnungen im 4. Quartal um 1,5 Prozent (Vorquartal: +0.8%) teurer geworden. Auf Jahresbasis beträgt das Preiswachstum nun 4,0 Prozent.

Im Vergleich zu den Eigentumswohnungen ist das Preiswachstum für Einfamilienhäuser etwas geringer ausgefallen und beträgt auf Jahresbasis 2,1 Prozent. "Die Corona-Krise hat das Wohnen bei vielen Menschen definitiv ins Zentrum gerückt", sagt IAZI-Chef Donato Scognamiglio gemäss der Mitteilung.

Da sich die Baudynamik bei privatem Wohneigentum im letzten Jahr abgekühlt habe, stehe einer robusten Nachfrage ein knapperes Angebot gegenüber. Dies dürfte die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser weiterhin stützen, heisst es weiter.

Transaktionspreise für Mehrfamilienhäuser

Bei den Mehrfamilienhäusern hat sich das Preiswachstum im 4. Quartal mit +0,8 Prozent indes nur gering erhöht. Auf Jahresbasis hätten die Preise gar stagniert. Die strengeren Finanzierungsregeln für Renditeobjekte und die zunehmenden Leerstände dämpfen laut IAZI das Preiswachstum bei Mehrfamilienhäusern.

"Allerdings suchen sehr viele institutionelle Anleger immer noch nach Möglichkeiten, in Mehrfamilienhäuser zu investieren und sind bereit, hohe Preise zu bezahlen", wird Donato Scognamiglio zitiert. In der gegenwärtigen Wirtschaftssituation ist die Zinswende einmal mehr in weite Ferne gerückt.

Investitionen in Wohnen zahlt sich aus

Wer 2020 in das Segment Wohnen investiert habe, habe nichts falsch gemacht, schreibt IAZI. Die Börsenkurse von Gesellschaften, die sich auf Wohnimmobilien konzentrieren, seien 2020 bis zu 20 Prozent und mehr gestiegen. Gesellschaften, die primär in kommerziell genutzte Liegenschaften investierten, seien hingegen oft unter Druck gestanden. Die Pandemie hinterlasse hier deutliche Spuren.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch der Raumplaner Fahrländer Partner. Demnach sind 2020 die Preise für Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent gestiegen. Noch deutlicher war der Preisanstieg bei den Einfamilienhäusern, die um 7,1 Prozent teurer geworden seien.

Und laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens EY dürfte sich daran auch 2021 nichts ändern: Für Investoren bleibe die Schweiz auch 2021 "ein attraktiver bis sehr attraktiver" Immobilienmarkt. Zumindest sehen das 99 Prozent der von EY für die Studie befragten Investoren so.

(AWP)