Immobilien - Toronto, Hongkong, Zürich: Überall drohen Immobilien-Blasen

Das billige Geld der Zentralbanken bringt Immobilienmärkte weltweit in Schieflage. Auch in Zürich sind die Preise wieder gefährlich hoch.
13.10.2021 18:45
Von Marc Bürgi
Das Zentrum der kanadischen Banken- und Wirtschaftsmetropole Toronto.
Das Zentrum der kanadischen Banken- und Wirtschaftsmetropole Toronto.
Bild: Pixabay

Nicht nur in der Schweiz ist seit Jahren ein Immobilien-Boom im Gange - rund um den Globus zeigt sich das gleiche Bild. Wegen der tiefen Zinsen der Zentralbanken fliesst immer mehr Geld in Immobilien - und bringt die Preise zum Steigen. Häuser und Wohnungen sind in vielen Metropolen mittlerweile gefährlich  teuer. Vielerorts droht eine Blase.

 

 

 

Die UBS sieht in neun Grossstädten weltweit das Risiko einer Immobilien-Blase - darunter auch Zürich. In Zürich sind die Preise seit Sommer 2020 um 6,5 Prozent gestiegen - das ist so stark wie seit 2013 nicht mehr. Eine durchschnittliche Immobilie ist inzwischen mehr als 50 Prozent teuerer als noch 2010. Die UBS gibt aber Entwarnung: Ein starke Korrektur - sprich ein Crash - sei in Zürich zumindest kurzfristig nicht in Sicht. Die Preise dürften vielmehr weiter steigen, weil Kaufen weiterhin viel attraktiver als Mieten ist, und das Schweizer Wirtschaftszentrum ständig neue Zuzüger anlockt.

Was für Zürich zutrifft, gilt für andere Städte noch verstärkt. Das deutlichste Blasenrisiko weisen Frankfurt, München, Toronto und Hongkong auf. Stockholm, Amsterdam und Paris sowie Vancouver gehörten ebenfalls zu den Städten mit Risiko. Eine unmittelbare Preiskorrektur stehe nicht bevor, solange der Arbeitsmarkt in den Städten solide und die Zinsen tief blieben.

Nur in Dubai gibt es eine Trendumkehr

Madrid, Mailand und Warschau seien weiterhin fair bewertet, wobei Mailand und Madrid hart von der Pandemie getroffen worden seien. Auch der Wohnungsmarkt in Inner London habe stark unter den Folgen der Pandemie gelitten, sei aber weiterhin überbewertet.

Alle untersuchten US-Städte - Miami, Los Angeles, San Francisco, Boston und New York - befinden sich im "überbewerteten" Bereich. In den Wohnungsmärkten von Tokio, Sydney, Genf, London, Moskau, Tel Aviv und Singapur bestünden starke Ungleichgewichte.

Derweil sei Dubai der einzige unterbewertete Markt und auch der einzige, der in eine tiefere Kategorie als im Vorjahr eingestuft worden sei.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei handelszeitung.ch mit dem Titel: "Toronto, Hongkong, Zürich: Überall drohen Immobilien-Blasen".