Seit ‌März ⁠2025 legten die Angebotspreise in Deutschland um 2,5 Prozent zu, während der ⁠Anstieg im europäischen Mittel bei 6,6 Prozent lag, wie das Leibniz-Institut für ‌Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Mittwoch mitteilte. Für seinen erstmals ‌veröffentlichten European Real Estate Index ​hat das IWH monatlich 43 Millionen Angebote auf Online-Immobilienportalen in 1154 europäischen Regionen analysiert. Die Daten sollen Entwicklungen auf den Immobilienmärkten früher sichtbar machen als amtliche Statistiken, die auf tatsächlich erfolgten Transaktionen beruhen.

«Angebotspreise ‌sind nicht dasselbe wie die tatsächlich gezahlten Kaufpreise», sagte IWH-Vizepräsident Michael Koetter. «Sie zeigen jedoch früh und auf kleiner regionaler Ebene, ​wo Wohnen beispielsweise besonders teuer ist und wie ​sich Märkte auseinanderentwickeln.» Gerade weil nationale ​Durchschnittswerte grosse lokale Unterschiede verdecken könnten, eröffne der Index neue Möglichkeiten für Forschung ‌und wirtschaftspolitische Analysen, so Koetter weiter.

Die Entwicklung der Immobilienpreise ist für die gesamte Volkswirtschaft von grosser Bedeutung, betonten die Forscher. Wohnimmobilien machen den ​Angaben ​zufolge je nach Gruppe zwischen ⁠rund 50 und 72 Prozent des ​Nettovermögens privater Haushalte aus. ⁠Zugleich entfielen im Jahr 2022 fast 40 Prozent der Kredite ‌und Forderungen von Banken im Euroraum auf diesen Sektor. «Immobilienpreise berühren Vermögen, Kreditversorgung und Finanzstabilität zugleich», sagte IWH-Präsident Reint ‌Gropp. Der neue Index schaffe eine Datengrundlage, mit ​der regionale Entwicklungen früher erkannt und politische Massnahmen besser gestaltet werden könnten, fügte Gropp hinzu.

(Reuters)