Angetrieben ‌wurde ⁠die nach China und Japan drittgrösste Volkswirtschaft Asiens von einem Investitionsboom, ⁠starker Industrieproduktion sowie solider Konsumnachfrage, wie aus am Montag veröffentlichten Regierungsdaten hervorgeht. Von ‌Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem ‌Plus von 7,1 Prozent gerechnet, ​die indische Zentralbank mit sieben Prozent. So legten die privaten Investitionen um fast zwölf Prozent zu, nach 5,8 Prozent vor Jahresfrist. Von Januar bis März war die indische Wirtschaft um 8,6 ‌Prozent gewachsen.

Ministerpräsident Narendra Modi sprach auf der Plattform X von einer «herkulesartigen Leistung». «Schwarzseher wurden eines Besseren belehrt und Indien blühte auf ... schon ​wieder!», erklärte er.

Experten sehen jedoch auch Risiken, die ​das Wachstum trüben könnten. Als grösste ​Gefahr gelten die hohen Ölpreise infolge des Konflikts zwischen den USA und ‌dem Iran. Denn Indien importiert fast 85 Prozent seines Rohölbedarfs. Zudem könnten in puncto Währung eine schwache Rupie und straffere globale Finanzbedingungen ​die ​Aussichten belasten.

«Die Hauptrisiken liegen jetzt ⁠weniger in einer schwächeren Binnennachfrage als ​vielmehr in anhaltend hohen ⁠Ölpreisen», sagte Radhika Rao, leitende Volkswirtin bei der DBS ‌Bank. Dennoch sei ein Wachstum von mehr als sieben Prozent für das Gesamtjahr sehr wahrscheinlich. Die indische Zentralbank (RBI) hatte ‌wegen der Inflationsrisiken zuletzt die Möglichkeit einer Zinserhöhung ​im weiteren Jahresverlauf signalisiert.

(Reuters)