Industrie - Belimo-CEO: Wir werden gestiegene Kosten erst 2022 an Kunden weitergeben

Der Hersteller von Lüftungsklappenantrieben Belimo konnte bisher gut durch die Lieferengpassproblematik navigieren. Künftig will man pro Jahr zwischen sechs und acht Prozent wachsen.
25.11.2021 09:19
Der Hauptsitz von Belimo in Hinwil.
Der Hauptsitz von Belimo in Hinwil.
Bild: ZVG

"Wir hatten vor den Lieferengpässen zum Glück relativ hohe Lagerbestände und deshalb Zeit zu reagieren", sagte CEO Lars van der Haegen in einem Interview mit dem Onlineportal "The Market". Die gestiegenen Preise will das Unternehmen erst im kommenden Jahr an die Kunden weitergeben.

Belimo habe bis jetzt mit wenigen Ausnahmen immer noch "zu unseren gewohnten Standards" von durchschnittlich binnen zweier Tage liefern können, sagte der Firmenchef weiter. Man arbeite jedoch sehr hart hinter den Kulissen, um diese Lieferfrist aufrechterhalten zu können.

Die Knappheit habe sich im Einkaufspreis bei den Komponenten unterschiedlich bemerkbar gemacht. Es gebe nun durchaus Komponenten, die jetzt ein Mehrfaches von dem kosten, was bisher üblich war. "Manchmal stellt uns das vor schwierige Einkaufsentscheidungen."

Grundsätzlich könne Belimo die Preise weitergeben. "Wir haben jedoch die Philosophie, dass wir unterjährig keine Preiserhöhungen machen. Sie werden also 2022 vorgenommen", führte der CEO aus. Er geht davon aus, dass die Input-Kosten sicher im ersten Halbjahr 2022 noch erhöht bleiben werden. Eine verlässliche Kalkulation der Materialkosten werde wahrscheinlich erst 2023 wieder möglich sein.

Jährliches Umsatzwachstum von 6-8 Prozent angestrebt

Belimo wolle künftig pro Jahr zwischen sechs und acht Prozent beim Umsatz wachsen. "Sollten noch Akquisitionen dazukommen, wird es etwas mehr", so van der Haegen weiter. Er hoffe, dass in zehn Jahren der grösste Teil der gegenwärtigen Wachstumsstrategie umgesetzt sei. "Wir sollten dann bei ungefähr 1,5 Milliarden Franken Umsatz und hoffentlich auch bei den Sensoren klarer Marktführer sein", ergänzte der Firmenchef.

Für die nächsten Jahre rechnet van Haegen wegen der vielen Investitionen in Wachstumsinitiativen nicht mit einer steigenden Marge. Über die nächsten zehn Jahre dürfte aber eine Verbesserung der Profitabilität dank der zunehmenden Grösse möglich sein.

(AWP)