Wie das Institut am Dienstag mitteilte, wurde der Zinssatz für Kredite mit einer einjährigen Laufzeit um 15 Basispunkte auf 2,5 Prozent gesenkt. Es ist die zweite Zinssenkung seit Juni. Kurz nach dem Zinsschnitt legte das Pekinger Statistikamt am Dienstag Konjunkturdaten vor, die überwiegend schwächer ausfielen, als Analysten erwartet hatten.

Sowohl die Industrieproduktion als auch die Einzelhandelsumsätze blieben hinter den Prognosen der Analysten zurück. Die Industrieproduktion in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt stieg um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und damit langsamer als im Juni mit 4,4 Prozent, wie das Nationale Statistikamt (NBS) am Dienstag mitteilte. Dies lag unter den Erwartungen der von Reuters befragten Analysten, die einen Anstieg von 4,4 Prozent erwartet hatten.

Die Einzelhandelsumsätze, ein wichtiger Indikator für den Konsum, stiegen um 2,5 Prozent, nach einem Plus von 3,1 Prozent im Juni, und verfehlten damit die Prognosen der Analysten von 4,5 Prozent Wachstum trotz der Sommerreisesaison. Es war das langsamste Wachstum seit Dezember 2022.

Die Zahlen vom Dienstag deuten darauf hin, dass die Gesamtwirtschaft im vergangenen Monat weiterhin zu schwach war und reihen sich in die Serie schlechter Daten der vergangenen Woche ein. Enttäuschende Zahlen zum Handel und zu den Verbraucherpreisen sowie ein Rekordtief beim Kreditwachstum deuteten darauf hin, dass die politischen Entscheidungsträger ihre Massnahmen zur Stützung der schwächelnden Wirtschaft möglicherweise verstärken müssen.

Weniger als eine Stunde vor der Veröffentlichung der Daten tat die chinesische Zentralbank genau dies: Die Währungshüter senkten unerwartet zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten die Leitzinsen, um der raschen Abschwächung der Konjunkturerholung nach der Corona-Pandemie entgegenzuwirken.

Die Regierung in Peking hatte bereits im vergangenen Monat eine Reihe von Konjunkturmassnahmen ergriffen - von der Ankurbelung des Konsums von Kraftfahrzeugen und Haushaltsgeräten über die Lockerung einiger Immobilienbeschränkungen bis hin zur Unterstützung des Privatsektors.

Der anhaltende Druck auf den Immobiliensektor, die wachsende Verschuldung der Kommunen, die Rekordarbeitslosigkeit unter Jugendlichen und die nachlassende Auslandsnachfrage bleiben jedoch die Herausforderungen für eine nachhaltige Erholung der chinesischen Wirtschaft.

(Reuters)