Industriekonzern - Knall bei ABB: CEO Ulrich Spiesshofer tritt überraschend zurück

Beim Industriekonzern ABB kommt es überraschend zu einem Chefwechsel. CEO Ulrich Spiesshofer tritt per sofort zurück.
17.04.2019 07:30
Ulrich Spiesshofer tritt als ABB-CEO zurück.
Ulrich Spiesshofer tritt als ABB-CEO zurück.
Bild: cash

CEO Ulrich Spiesshofer tritt per sofort zurück und wird interimistisch von Verwaltungsratspräsident Peter Voser ersetzt.

Der Verwaltungsrat und Spiesshofer hätten sich auf einen Rücktritt geeinigt, teilte ABB am Mittwoch mit. Spiesshofer wolle ein Auszeit nehmen, bevor er über sein nächstes berufliches Kapitel entscheide.

Der seit 2013 als operativer Chef für das Unternehmen tätige Spiesshofer sieht in ABB "ein gut getrimmtes Schiff, dessen Kurs gesetzt ist und das Fahrt aufnimmt", wie er in der Mitteilung zitiert wird.

Die Suche nach einem Nachfolger wurde eingeleitet.

ABB mit solidem Umsatzwachstum aber rückläufige Marge

Gleichzeitig legte ABB auch Zahlen für das erste Quartal vor: Der Auftragseingang legte um 1 Prozent zu auf 7,61 Milliarden US-Dollar und der Umsatz um 6 Prozent auf 6,85 Milliarden. Auf vergleichbarer Basis, also unter Berücksichtigung der Effekte der Währungen sowie der Akquisitionen und Devestitionen, zogen die Aufträge um 3 Prozent an und der Umsatz um 4 Prozent.

ABB spricht von einem "soliden Auftrags- und Umsatzwachstum, trotz der Abschwächung in einigen Endmärkten." Weniger gut lief es insbesondere in der Fertigungsindustrie und im Automobilsektor.

Die operative Marge wurde durch die Integration von General Electric Industrial Solutions sowie durch weitere Kosten belastet. So nahm der operative Gewinn (EBITA) zwar um 2 Prozent auf 766 Millionen Dollar zu, die entsprechende Marge sank allerdings um einen halben Prozentpunkt auf 11,2 Prozent. Der Reingewinn lag mit 535 Millionen um 6 Prozent unter dem Vorjahresquartal.

Im Ausblick bleibt ABB wie üblich sehr vage. Die makroökonomischen Signale für Europa seien gemischt, während für die USA und China ein anhaltendes Wachstum erwartet werde, heisst es dazu.

(AWP/SDA)