Für viele börsenkotierte Unternehmen wird es zusehends schwieriger, den hohen Erwartungen von Anlegern und Analysten überhaupt noch gerecht zu werden. Nicht so für den Lebensversicherer Swiss Life. Die Vorabinformationen zum diesjährigen Investorentag lassen kaum Aktionärswünsche offen.

Bis in drei Jahren will das Unternehmen jährlich 850 bis 900 Millionen Franken (zuvor 600 bis 650 Millionen Franken) an Fee-Erträgen generieren und eine Eigenkapitalrendite zwischen 10 und 12 Prozent (zuvor 8 bis 10 Prozent) erzielen. Beides bewegt sich in etwa im Rahmen der Analystenerwartungen.

Künftig soll mehr als 60 Prozent des Jahresgewinns als Dividende ausgeschüttet werden. Diesbezüglich hatten sich einige Experten sogar eine sogenannte Ausschüttungsquote von bis zu 65 Prozent erhofft.

Neue Ziele scheinen «glaubwürdig»

Alles-in-allem weiss der Lebensversicherer mit diesen neuen Mittelfristzielen bei den Experten allerdings zu punkten.

Wie die Bank Vontobel in einer ersten Stellungnahme schreibt, verschreibt sich das Unternehmen ambitionierten neuen Zielen. Die Zürcher Bank hebt dabei insbesondere die geplante Barmittelgenerierung sowie die künftig höhere Ausschüttungsquote hervor. Vontobel zufolge sind die Ziele glaubwürdig und operativ gut abgestützt. Sie stuft die Aktie wie bis anhin mit "Buy" und einem Kursziel von 534 Franken ein.

Auch die Zürcher Kantonalbank beurteilt die Ankündigungen insgesamt als vorteilhaft und erwartet weitere Kursfortschritte von der mit "Übergewichten" empfohlenen Aktie. Die neue Strategieperiode baue wiederum auf bisher Erreichtem auf, so schreibt sie weiter.

UBS will ihr Kursziel erhöhen

Kepler Cheuvreux sieht die eigenen hohen Erwartungen an die neuen Mittelfristziele einmal mehr deutlich übertroffen. Der Broker fühlt sich dadurch in seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 555 Franken bestärkt. Er führt die Aktie sowohl auf der "Most Preferred List" als auch auf der "Swiss Best Ideas List".

Mit der UBS nimmt eine erste Bank ihr 475 Franken lautendes 12-Monats-Kursziel in positive Revision. An der Kaufempfehlung hält die Grossbank indes fest.

Die Anleger scheinen diese Meinung zu teilen. Nach einem Vorstoss in die Nähe von 533 Franken gewinnt die Swiss-Life-Aktie zur Stunde noch 3,8 Prozent auf 532,40 Franken. Das liegt über dem bisherigen Jahreshoch von 522,60 Franken.

Mit einem Kursplus von 26 Prozent seit Jahresbeginn schneidet die Aktie des Lebensversicherers nicht nur besser als der Swiss Market Index (SMI), sondern auch als die meisten anderen Schweizer Versicherungswerte ab.