Die wieder aufgeflammten Kämpfe zwischen den USA und dem Iran sowie Spekulationen auf nahende Zinserhöhungen setzen den asiatischen Börsen ‌zu. ⁠Der Nikkei-Index fiel am Montag um knapp zwei Prozent auf 65'096,63 Punkte. In ⁠Hongkong gaben die Kurse ebenfalls nach. Die Börse Shanghai konnte dagegen ihre zwischenzeitlichen Verluste ‌wettmachen und legte 0,9 Prozent zu.

Die jüngste ‌Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh ​nähre Spekulationen auf eine Straffung der Geldpolitik der Fed, sagte Volkswirt Takayuki Miyajima vom Finanzdienstleister Sony Financial. Die Bank von Japan (BoJ) werde in den kommenden Monaten voraussichtlich ebenfalls an der Zinsschraube drehen. Investoren taxieren die Wahrscheinlichkeit ‌hierfür aktuell auf knapp 70 Prozent.

Auf die Anlegerstimmung schlug zudem der erneute Anstieg des Ölpreises als Reaktion auf die neuen US-Militärschläge gegen den Iran. Asiatische ​Staaten sind besonders stark von Energieimporten aus der Region ​abhängig. Er rechne aber nicht damit, dass ​die aktuellen Kämpfe eskalierten, betonte Suvro Sarkar, Chef-Rohstoffanalyst der Bank DBS.

In China schürten maue ‌Konjunkturdaten Hoffnungen auf weitere staatliche Hilfen. Andernfalls steige das Risiko, dass die Regierung in Peking ihre Wachstumsziele verfehle, erläuterte Yu Song, Chef-Volkswirt für China ​bei ​der Bank UBS. Die chinesischen Immobilienwerte ⁠konnten von der Erholung des dortigen Aktienmarktes nicht ​profitieren.

Der entsprechende Branchenindex ⁠brach um fast fünf Prozent ein, nachdem die Finanzaufsicht geänderte Finanzierungsregeln ‌für den Immobiliensektor angekündigt hatte. Künftig dürfen Hypotheken für Immobilienkäufer erst dann vergeben werden, wenn das jeweilige Wohnprojekt fertiggestellt ist. Bislang ‌wurden Objekte meist vor oder während der Bauphase verkauft.

(Reuters)