Die Ölpreise sind am Mittwoch merklich gestiegen. Unterstützung lieferte die Wahl in Israel und ein Medienbericht über mögliche Angriffe auf den Iran nach den Zwischenwahlen in den USA Anfang November. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg auf 115,41 Dollart. Die globale Referenzsorte kostete 1,34 Prozent mehr als am Vortag.

In Israel zeichnet sich nach der Parlamentswahl eine schwierige Regierungsbildung ab. Weder der bisherige Ministerpräsident Benjamin Netanjahu noch die oppositionellen Kräfte erreichten eine absolute Mehrheit im Parlament. Eine Schlüsselrolle könnten die arabischen Parteien spielen, die überdurchschnittlich gut abschnitten. Möglich ist auch, dass Druck von aussen wie beispielsweise durch die US-Regierung für eine eigene Dynamik sorgt.

Die USA haben einem Bericht des «Wall Street Journal» zufolge mehrere Staaten am Persischen Golf aufgefordert, sich auf einen Militäreinsatz gegen den Iran nach den US-Zwischenwahlen vorzubereiten. Die Zeitung berief sich auf nicht namentlich genannte Personen, die über die Gespräche informiert worden seien.

Dem Bericht zufolge gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass die USA und Israel eine neue Phase intensiver Kampfhandlungen vorbereiten. US-Präsident Donald Trump habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen, neige aber zu einem umfangreichen Angriff nach den Wahlen am 3. November.

«Der Markt preist eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine erneute Eskalation ein», sagte Warren Patterson, Leiter der Rohstoffstrategie bei der ING, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Ölpreise reagierten weiterhin empfindlich auf Entwicklungen am Persischen Golf.

Der Preis der Referenzsorte Brent hat sich seit Jahresbeginn nahezu verdoppelt. Der Krieg zwischen den USA und dem Iran hat die Energielieferungen erheblich beeinträchtigt. Der Konflikt begann im Februar, als Trump und Netanjahu die ersten Angriffe auf den Iran anordneten.

(AWP)