Der Betreiber der türkischen Aktienbörse gab die Änderungen, die ab dem kommenden Monat gelten sollen, am Dienstag bekannt. Einen Grund nannte er nicht. Vergangene Woche hatte die türkische Zentralbank zusätzliches Geld in den Kapitalmarkt gepumpt, nachdem einige Vermögensverwalter in Zahlungsnöte geraten waren und einen Ausverkauf bei Aktien ausgelöst hatten. Mehr als 100 der betroffenen Fonds wurden anschliessend zwangsliquidiert. Parallel dazu wurden zahlreiche Personen wegen mutmasslicher Kursmanipulationen festgenommen.
Zu den Werten, die den Istanbuler Leitindex verlassen müssen, zählten die Finanzinstitute Destek und Katilimevim. Deren Aktien hatten ihren Wert seit Jahresbeginn zunächst vervielfacht. In den vergangenen Wochen büssten sie einen Grossteil dieser Kursgewinne jedoch wieder ein. Einige der zwangsliquidierten Fonds gehörten zu den grössten Investoren dieser Unternehmen.
Mit der Neuordnung des Aktienmarktes ändert die Borsa Istanbul auch die Kriterien für eine Aufnahme in die Leitindizes. Die Grundvoraussetzung sei die Mitgliedschaft im Börsensegment «Star Market». Hierfür müsse das Eigenkapital gewisse Schwellen überschreiten. Darüber hinaus spiele künftig auch die Schwankungsanfälligkeit des Aktienkurses eine Rolle. Anlageberater Onurcan Bal vom Brokerhaus Gedik Yatirim begrüsste diese Reformen. «Sie tragen zu einer ausgewogeneren Kursbildung bei und machen den Star Market zu einem verlässlicheren Massstab für Anleger.»
(Reuters)
