«Jahresend-Rally entfällt dieses Jahr»

Die europäischen Aktienmärkte klettern von einem Jahreshoch zum nächsten. Die Aussichten für eine Jahresend-Rally sind gut. Geht es nach den Strategen von Nomura, entfällt ein solches in diesem Jahr jedoch.
05.11.2013 08:33
Von Lorenz Burkhalter
Laut den Strategen von Nomura müssen sich die Marktteilnehmer in den kommenden Wochen auf tiefere Aktienkurse einstellen.

In der aktuellsten Ausgabe ihrer europäischen Aktienstrategie findet Nomura klare Worte: Das Bankinstitut rät der eigenen Anlagekundschaft, sämtliche Aktienengagements für die Zeit bis Ende Jahr abzusichern. Eine Jahresend-Rally werde in diesem Jahr mit ziemlicher Sicherheit ausbleiben.

Die Stimmung unter den Marktteilnehmer sei so ausgelassen wie schon lange nicht mehr, so die Strategen. Der zu verspürenden Euphorie folgte in der Vergangenheit auf einen Horizont von ein bis drei Monaten jeweils eine Korrektur.

Jahresend-Rally bereits vorgezogen

Gemäss Erhebungen von Nomura kamen die europäischen Aktienmärkte über die letzten 32 Jahre nach einer freundlichen Entwicklung wie jener im bisherigen Jahresverlauf jeweils in den Genuss einer Jahresend-Rally. Und obschon die Strategen diese statistische Gegebenheit durchaus zu würdigen wissen, rechnen sie nicht damit, dass sich die Vergangenheit in den kommenden Wochen wiederholen wird.

Die Stimmung sei zu euphorisch, um diese einfach so zu ignorieren. Ausserdem hätten die europäischen Aktienmärkte das bankeigene Jahresendziel mittlerweile erreicht.

Strategen von Nomura mit guter Einschätzung der Lage

Im vergangenen Dezember zeigten sich die Strategen von Nomura im Ausblick für 2013 sehr zuversichtlich für europäische Aktien. Mit ihrer Prognose, wonach die europäischen Aktienmärkte im Jahresverlauf um 18 Prozent ansteigen und unter Miteinbezug der Dividenden 22 Prozent abwerfen werden, sorgten sie damals für Aufsehen.

Mit einem Anstieg um 17,6 Prozent und einer Entwicklung von 21,5 Prozent unter Berücksichtigung der Dividendenausschüttungen seien diese Prognosen nun erreicht, so die Strategen. Das sei ein Grund mehr, sich in Europa auf eine Korrektur einzustellen und bestehende Positionen abzusichern.